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KoubaKoubatrue (geb. Strobl, gesch. Boshart), Maria
* 1922-02-022.2.1922 [nicht 1924] Altenmarkt bei Wies/St. Sängerin (Sopran). Entstammte einem musikalischen Elternhaus, der Vater Rudolf (* 1.4.1902 Stammeregg bei Eibiswald/St, † 4.4.1959 Graz) war Multiinstrumentalist, jahrelang Chormeister des Köflacher Männer- und Frauenchors sowie Kapellmeister der Stadtkapelle Köflach/St. K. verbrachte ihre Kindheit zunächst in Wörgl, ab 1929 in Rosental an der Kainach/St. Wollte als Kind wie ihr großes Vorbild M. Rökk Sängerin und Tänzerin werden. Geigenunterricht vom Vater, später Saxophonunterricht, bedingt durch eine Verletzung während ihrer Tätigkeit als Hilfsarbeiterin in der Köflacher Glasfabrik. Nach Abendkursen in Maschineschreiben und Stenographie sechs Jahre lang Büroangestellte in Voitsberg/St, parallel dazu Gesangsausbildung in Graz bei Maria Salmar. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges verdiente K. ihren Lebensunterhalt als Saxophonistin einer aus Familienmitgliedern zusammengesetzten Band (Vater [Saxophon, Geige], Schwester Helga (* 13.4.1923 Wies, † 31.12.2002 Graz) [Klavier], Bruder Harald (* 27.7.1925 Wörgl, † 14.6.1976 Köflach [Verkehrsunfall] [Schlagzeug]) in britischen Offizierskasinos in Köflach. 1946 Heirat mit dem tschechischen Dirigenten Stefan Kouba (1919–92). Nach einem Besuch in Prag durfte das Ehepaar nicht mehr ausreisen und K. verbrachte die nächsten zehn Jahre in der damaligen Tschechoslowakei. In den Opernhäusern von Mährisch Ostrau und Bratislava arbeitete sie sechs Jahre lang als Chorsängerin, zuletzt lebte des Ehepaar in Prag. 1956 gelang die Rückkehr nach Österreich, eine Aufnahme in den Grazer Opernchor scheiterte, der damalige Intendant A. Diehl lehnte sie und ihren Mann ab. K. setzte daraufhin ihre Gesangsausbildung am Konservatorium in Graz fort, besuchte die Opernschule, gefördert u. a. von F. Mixa und E. L. Uray. Am 27. Juni 1957 im Alter von 35 Jahren überraschendes und erfolgreiches Bühnendebüt als Salome in R. Strauss’ gleichnamiger Oper in Graz, eine Rolle, die sie 1960 auch für eine TV-Produktion unter H. Swarowsky verkörperte und die sie insgesamt über 400-mal sang und auch selbst tanzte. Während ihres Engagements in Graz sang K. in elf Premieren (u. a. Il Trovatore, Der Zigeunerbaron, I Pagliacci, Don Giovanni, Madama Butterfly, La Traviata, Un ballo in maschera, Faust). 1960 nahm sie ein Engagement an der Frankfurter Oper an (u. a. unter Georg Solti, L. v. Matačić), wo sie bis zu ihrer Pensionierung 1982 erfolgreich wirkte. Dazwischen längere Gastspiele (1962 Paris, 1963 Covent Garden London, 1965/66 Metropolitan Opera in New York/USA [u. a. Salome unter K. Böhm]) sowie Auftritte an zahlreichen deutschen (u. a. München, Hamburg, Stuttgart, Berlin) und internationalen Bühnen (u. a. Neapel, Brüssel, Santa Fé, New Mexico/USA, Vancouver/CDN, Milwaukee, Wisconsin/USA und New Orleans, Lousiana/USA). 1966 und 1968 an der Wiener Staatsoper. Darüber hinaus auch als Konzertsängerin erfolgreich. Nach der Pensionierung ließ sie sich gemeinsam mit ihrem zweiten Mann, dem Solobratschisten des Frankfurter Opernorchesters, Heinz Boshart (* 19.10.1935 Mainz/D) in Kanada nieder, nach der Scheidung 1993 Rückkehr nach Köflach, wo sie seither lebt (2015).
Ehrungen
Siegerin des Gesangswettbewerbes des ORF 1957; Siegerin des Grand Prix des Nations in Paris 1962.
Werke
Salome (TV-Produktion Wien 1960); Cavalleria rusticana (TV-Produktion Hamburg ca. 1962).
Literatur
Kutsch-Riemens 1997; Int. Who’s Who In Music and Musicians’ Directory (in the Classical and Light Classical Fields) 1 (2000/01); D. Kincaid in Milwaukee Sentinel 20.3.1973, 4; http://archives.metoperafamily.org (3/2015); https://www.youtube.com (3/2015); pers. Mitt. M. K.; Mitt. Archiv Oper Graz.

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Kouba (geb. Strobl, gesch. Boshart), Maria‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 22/06/2015]