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Kremser, Kremser, Eduard Familie
Eduard Joseph Georg: * 1838-04-1010.4.1838 Leopoldstadt (Wien II), † 1914-11-2727.11.1914 Wien. Komponist, Dirigent und Wienerlied-Sammler. Sohn eines Buchhalters. Studierte nach der Handelsakad., die er auf Wunsch seiner Eltern besucht hatte, Klavier und Musiktheorie. Nach Tätigkeit bei der Wiener Liedertafel und dem Sängerverein Leopoldstadt wurde er 1861 Korrepetitor und Mitglied des Gesangquartetts des Wiener Männergesangvereins, den er 1869–99 als Chormeister, 1899–1910 als Ehrenchormeister (gemeinsam mit R. Weinwurm bzw. M. v. Weinzierl) leitete; 1910 legte er dieses Amt offiziell nieder, leitete jedoch noch weiterhin Konzerte. 1878–80 war K. Konzertdirektor des Singvereins der Gesellschaft der Musikfreunde, 1897 bis zu seinem Tod Vizepräsident der neu gegründeten AKM, in deren Auftrag er Grundlagen für die Bewerthung der Musikwerke, sohin deren Classification ausarbeitete. Ab 1913 auch erster Präsident des neu gegründeten Österreichischen Komponistenbundes, Nachfolger nach seinem Tod wurde H. Reinhardt. Bekannt wurde K. durch sein Eintreten für das Wienerlied („K.-Alben“).
Gedenkstätten
Ehrengrab Wr. Zentralfriedhof; Gedenktafel (Wien II, Kleine Stadtgutgasse 10).
Ehrungen
Ehrenmitglied der AKM 1908; Orden der Eisernen Krone; Ritterkreuz des Franz Joseph-Ordens; Ehrenring der Stadt Wien; Schubert-Medaille in Gold; Ehrenchormeister des Wr. Männergesangvereins 1899; Ehrenmitglied des Niederösterreichischen Sängerbundes; Ehrenmitglied der Berliner Liedertafel; zahlreiche weitere Vereinsehrungen.
Schriften
Hg. Wiener Lieder und Tänze, 3 Bde., 1911–25 („K.-Alben“); Die Umgestaltung der Bundesfeste des Dt. Sängerbundes in musikalischer Hinsicht [1898/99] in Dt. Sängerkalender 1928.
Werke
fast 700 Werke: Operetten, Lieder, Chorwerke (377 Männerchöre, s. Abb.), Klaviermusik; zahlreiche Volksliedbearbeitungen; (Hg.), Wiener Lieder und Tänze 1 (1911), 2 (1913), 3 (1915).
Literatur
Bockkeller 6 (2002), H. 1 u. 2; ÖBL 4 (1969); Czeike 3 (1994); ÖL 1995; Adametz 1943; J. Jernek, Der österreichische Männerchorgesang im 19. Jh., Diss. Wien 1937; H. Krones in 100 Jahre AKM 1997; H. Krones in Achtzig Jahre Österreichischer Komponistenbund (1913–1993) [1993]; Taufbuch 1832–39 der Pfarre St. Josef (Wien II), fol. 230; www.akm.at (2/2015).


Sein Sohn

Georg Josef Eduard: * 7.9.1871 Wien, † 29.10.1908 Moskau (begr. Wien). Chormeister und Komponist. Studierte am Konservatorium der GdM bei F. Hellmesberger Violoncello (1888–93) und bei J. N. Fuchs Komposition (1892–94). Danach Auftritte als Kammermusiker in Wien, u. a. für den Wiener Volksbildungsverein und für wohltätige Zwecke. 1894 Chormeister des MGV Freimuth und 1896–98 des Wiedener Männerchores (zuletzt gemeinsam mit M. Keldorfer). 1898 ging er nach Athen, wo er den Direktorposten der musikalischen Gesellschaft Philharmonia übernahm, ab 1900 auch das philharmonische Orchester Musike Hetairia dirigierte und zum Leiter des Konservatoriums aufstieg. 1905? wechselte er nach Moskau, hier ebenfalls als Musikdirektor (Chormeister des Deutschen MGV Moskau) tätig. Im Sommer 1908 befanden sich er und sein Vater auf Einladung des Paschas von Ägypten, der sie „zur Teilnahme an einer musikalischen Expedition“ gebeten hatte, in Konstantinopel. G. K. war auch als Arrangeur für die Universal Edition tätig, u. a. erstellte er Klavierauszüge von R. Schumanns Der Rose Pilgerfahrt und C. M. v. Webers Aufforderung zum Tanz.


Ehrungen
Silberne Gesellschaftsmedaille der GdM 1893; 1. Zusner’scher Liederpreis 1894 (f. Das Vergißmeinnicht).
Werke
Lieder (3 Lieder op. 11 bei A. Robitschek 1909), (humoristische) Gesangquartette, Männerchöre; Arrangements von Männerchören C. M. Ziehrers, Tänzen Fr. Schuberts, Märschen und Ouvertüren Felix Mendelssohn Bartholdys etc. f. Kl. zu 4 Händen.
Literatur
[Fs.] 50 Jahre „Wiedener Männerchor“ 1912; NFP 9.7.1893, 7, 16.2.1894, 6, 19.6.1895, 7, 28.2.1896, 7, 24.11.1900, 8, 1.11.1908, 12; Die Presse 11.3.1894, 15, 24.6.1894, 15, 6.5.1896, Abendausg., 2; Neues Wr. Journal 11.8.1894, 4, 31.10.1908, 4; Dt. Volksbl. 28.12.1895, 7, 31.3.1899, 9; 21.8.1908, 5, 30.10.1908, Abendausg., 2, 5.11.1908, 9, 10.11.1908, 7; Die Lyra 1.1.1897, 8, 1.1.1899, 8, 15.11.1908, 7, 1.12.1908, 4, 1.2.1909, 6f; Signale f. die musikalische Welt 28.11.1898, 968, 6.12.1900, 1066; Neues Wr. Tagbl. 23.11.1900, 8; 11.4.1908, 11, 30.10.1908, 10; Taufbuch 1868–71 der Pfarre St. Johann Nepomuk (Wien II), fol. 340; eigene Recherchen (Jahresbericht des Konservatoriums der GdM, www.anno.onb.ac.at).

Autor(en)
Monika Kornberger
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger/Christian Fastl, Art. „Kremser, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 05/07/2019]

MEDIEN
Eduard Kremser (R. Wittmann [Hg.], Unsere Kunst in Wort und Bild [um 1890]), 92
Eduard Kremser (R. Wittmann [Hg.], Unsere Kunst in Wort und Bild [um 1890]), 92
Eduard Kremser© Bildarchiv Austria, ÖNB
Eduard Kremser  © Bildarchiv Austria, ÖNB

GND
Kremser, Eduard
Weiterführende Literatur (OBVSG)
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Kremser, Georg
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