Logo IKM
OeML Schriftzug
Logo OeML
Logo Verlag

Krenn, Krenn, true Franz de Paula
* 1816-02-2626.2.1816 Droß/NÖ, † 1897-06-1919.6.1897 St. Andrä-Wördern/NÖ. Regens chori, Musikpädagoge, Komponist und Organist. Sohn des Lehrers Joseph K. (* ca. 1769 [Ort?], † 28.3.1829 Droß), der spätestens ab 1793 in Droß tätig war. F. K. absolvierte die Lehrerausbildung in Krems und war zunächst Lehrer in Weikersdorf/NÖ, kam 1834 nach Wien und studierte Musik bei I. Seyfried. Ca. 1837 war er Lehrgehilfe in Neulerchenfeld (Wien XVI), wo 1837 seine erste Messe zur Aufführung gelangte und er Ende der 1830er Jahre auch als Organist wirkte. Ab 1844 Organist an St. Leopold (Wien II) unter G. Nagl, wurde K. 1847 in der Nachfolge von J. Seipelt Chorregent in Mariahilf (Wien VI); im selben Jahr eröffnete er eine MSch. Während dieser Zeit war er auch Klaviermeister und Organist im k. k. Löwenburgischen Konvikt, ca. 1852 unterrichtete er an der Akademie der Tonkunst. 1862 erhielt er nach J. M. Weinkopf die Kapellmeisterstelle an St. Michael; dort führte er – wie schon in Mariahilf, wo ihm Jos. Böhm nachfolgte – die Niederländer und italienische Komponisten des 16./17. Jh.s auf und machte die Hofkirche zu einem Zentrum des Cäcilianismus, ohne die klassisch-romantische Kirchenmusik zu vernachlässigen. (Sein Nachfolger wurde nach seinem Tod A. Weirich.) Daneben (1869–93) unterrichtete K. in Nachfolge K. Pichlers am Konservatorium der GdM Harmonielehre, Kontrapunkt und Komposition; zu seinen Schülern zählten G. Mahler und H. Rott. Ab 1876 gehörte er der Staatsprüfungskommission für das Musiklehramt an. 1881 war K. Mitbegründer des Wiener St. Ambrosius-Vereins, dessen Ausrichtung er 1881–87 als Vorstand-Stellvertreter bzw. 1887–96 als Vorstand maßgeblich mitbestimmte.

Sein Sohn Theodor Ferdinand Franz (* 6.7.1847 Mariahilf, † 10.4.1918 Wien), promovierter Jurist, war auch als Violinist und Vereinsfunktionär (1906–13 1. Präses-Stellvertreter des Allgemeinen Kirchenmusik-Vereins) tätig, dessen Bruder Edmund Friedrich Arthur (* 25.4.1845 Alservorstadt [Wien IX], † 13.2.1902 Zürich/CH) wirkte als Historienmaler.


Gedenkstätten
Gedenktafel Michaelerplatz 6 (Wien I).
Ehrungen
Päpstlicher Silvesterorden 1872; Franz Joseph-Orden 1890; zahlreiche Ehrendiplome.
Werke
Kirchenmusik (29 Messen, Requiem, Te Deum); 2 Oratorien (Bonifazius, Die vier letzten Dinge); Kantaten; Chorwerke; Posse Die Wünschelruthe (UA 1842 Theater an der Wien); Lieder; 1 Symphonie; Ouvertüre zum Schauspiel Julius 1837; Quartette; Werke für Kl. u. Org.
Schriften
Orgelschule 1845; Musik- und Harmonielehre 1890.
Literatur
ÖBL 4 (1969); K. Schütz, Musikpflege an St. Michael in Wien 1980; [Kat.] St. Michael 1288–1988, 1988, 61, 305 [Foto]; Erhart 1998; Czeike 3 (1994), Riemann 1959; Personenlex. Öst. 2001; Stieger II/2 (1977); Jahres- und Rechenschafts-Bericht des ... Allgemeinen Kirchenmusik-Vereines St. Ambrosius in Wien 1896, 3ff; Der Österr. Zuschauer 2.10.1837, 1191; Allgemeiner Musikalischer Anzeiger 6.7.1837, 108, 26.4.1838, 71, 21.11.1839, 247; Österr. Morgenbl. 1.10.1842, 475, 28.6.1843, 306f; Wr. Ztg. 1.8.1845, 1638; Allgemeine Wr. Musik-Ztg. 1.10.1842, 477, 19.10.1847, 503; Österr. Pädagogisches Wochenbl. 9.6.1847, 376; Die Neue Ztg. 19.5.1914, 3; NFP 11.4.1918 Abendbl., 1; Trauungsbuch 1785–1856 der Pfarre Droß, fol. 3v; Taufbuch 1785–1823 der Pfarre Droß, fol. 45r; Sterbebuch 1785–1840 der Pfarre Droß, fol. 29v; Trauungsbuch 1841–45 der Pfarre Neulerchenfeld, fol. 23; Taufbuch 1844–45 der Alservorstadtpfarre (Wien VIII), fol. 253; Taufbuch 1846–49 der Pfarre Mariahilf, fol. 180; Sterbebuch der Pfarre St. Andrae/Hagenthale 1874–98, fol. 322; eigene Recherchen (NÖ Lehrerschematismen, www.demos.ac.at [1/2019]).

Autor(en)
Alexander Rausch
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Alexander Rausch/Christian Fastl, Art. „Krenn, Franz de Paula‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 05/07/2019]