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Krommer Krommer Franz Vinzenz (Kramář), Familie
Franz Vinzenz (František Vincenc): * 1759 -11-2727.11. [nicht 24.9.] 1759 Kamenitz/Mähren (Kamenice u Jihlavy/CZ), † 1831 -01-088.1.1831 Wien. Komponist, Kapellmeister und Geiger. War ab ca. 1773 Schüler und Gehilfe seines Onkels, des Chordirektors Anton Matthias K. (1742–1804). 1785 hielt K. sich in Wien auf und war dann als Geiger, Musikdirektor und Regens chori in Adelskapellen und in Kirchen tätig. Seit ca. 1795 lebte er in Wien und wirkte dort als Violin-, vermutlich auch Kompositionslehrer sowie in Adelskapellen; ab 1799 Mitglied der Tonkünstler-Sozietät. 1810 wurde er Ballett-Musikdirektor am Hoftheater, 1815 Kammertürhüter bei Kaiser Franz II. (I.), den er auf Reisen nach Paris, Padua, Verona, Mailand und Venedig begleitete. 1818 wurde er als Nachfolger von L. A. Koželuch letzter beamteter Kammer-Kapellmeister und Hofkompositor. K. zählt zu den bedeutendsten außerhalb seines Geburtslandes wirkenden Musikern um 1800. Seine über 300 Werke wurden vielfach aufgeführt und in vielen Ländern gedruckt. Sein Stil reicht von der Galanterie über die Verarbeitung von Einflüssen J. Haydns, W. A. Mozarts und L. v. Beethovens bis zu Vorstößen in die Romantik. Er galt neben J. Haydn als führender Streichquartett-Komponist und Konkurrent Beethovens. Nachdem seine erste Frau Judith am 18.2.1808 im Alter von 47 Jahren gestorben war, heiratete K. am 1.10.1808 in zweiter Ehe die 33-jährige Witwe Magdalena v. Horvat, geb. Plam († 16.6.1839 Wien). Die bislang (2018) tradierte Angabe, seine zweite Frau wäre eine Tochter von F. X. Flamm gewesen, dürfte auf einen Lesefehler zurückzuführen sein.
Ehrungen
Ehrenmitglied des Istituto filarmonico Venedig, der Philharmonischen Ges. in Laibach, des Innsbrucker Musikvereins, der Konservatorien in Paris u. Mailand sowie der GdM in Wien.
Werke
5 Messen u. a. Kirchenmusik; 9 Symphonien; Konzerte für Solo-Instrumente u. Orch.; Werke für Bläser; Streichquintette u. -quartette; Quartette mit Blasinstrument (meist für Fl., V., Va. u. Vc.); Kl.-Quartette; Trios in versch. Besetzungen; Fl.-Duette (durchwegs Bearbeitungen); V.-Duette, Duette für V. u. versch. Instrumente; Klaviermusik (Bearbeitungen).


Sein Sohn August: * 15.6.1807 (Ort)?, † 27.3.1842 Dornbach (Wien XVII). Musiker und Komponist. A. K. stammte sicher nicht aus der ersten Ehe F. K.s; ob er ein außereheliches Kind oder ein vorehelicher Sohn seiner zweiten Ehe war, ist bislang unklar. Bis 1838 war A. K. Kapellmeister am Stadttheater von Wiener Neustadt, Ende des Jahres unternahm er eine Konzertreise nach Ungarn und Polen, auf der er eigene Werke und Kompositionen seines Vaters zum Besten gab. War eine Zeit lang (wann?) Mitglied des Orchesters des Wiener Hofburgtheaters (Burgtheater), trat auch als Pianist auf und soll weiters Agent bei der Ersten Österreichischen Brandversicherungsanstalt gewesen sein. 1841/42 Mitglied der Tonkünstler-Sozietät.


Werke
Offertorium Ave Maria (1840 bei A. Diabelli, J. B. Schmiedel gewidmet), Ouvertüren, Lieder, Violin- u. Klaviermusik.
Literatur
NGroveD 13 (2001); MGG 7 (1958), 16 (1979) u. 10 (2003); ÖBL 4 (1969); Riemann 1959 u. 1972; Wurzbach 13 (1865) u. 25 (1873), 360; EitnerQ 5 (1901); MGÖ 2 (1995); C. F. Pohl, Denkschrift aus Anlass des hundertjährigen Bestehens der Tonkünstler-Societät 1871; A. Artner, Theatergesch. von Wiener Neustadt vom Jahre 1834 bis 1850, Diss. Wien 1983; Österr. Morgenbl. 15.10.1838, 498, 19.11.1838, 558, 8.7.1840, 328; Wr. Ztg. 2.6.1840, 1046; Taufbuch 1731–66 der Pfarre Kamenitz, sub 27.11.1759; Sterbebuch 1807–13 der Pfarre Maria Treu (Wien VIII), fol. 43; Trauungsbuch 1801–09 der Alservorstadtpfarre (Wien VIII), fol. 268; Sterbebuch 1827–32 der Pfarre Mariahilf (Wien VI), fol. 159; Sterbebuch 1839–55 der Pfarre Dornbach (Wien XVII), fol. 32; WStLA (Verlassenschaftsabhandlung 1164/1808).

Autor(en)
Uwe Harten
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Uwe Harten/Christian Fastl, Art. „Krommer (Kramář), Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 13/09/2018]