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Kronsteiner, Kronsteiner, Joseph: Familie
Joseph: * 1910 -02-1515.2.1910 Losenstein/OÖ, † 1988 -05-1515.5.1988 Linz. Weltpriester, Domkapellmeister, Musikpädagoge und Komponist. Aus einem musikalischen Elternhaus stammend, besuchte J. 1921–29 das Kollegium Petrinum in Linz, wo er musikalischen Unterricht von Heinrich Hagleitner und Georg Wolfgruber erhielt und sich als Sänger sowie Pianist und Organist betätigte. 1931 Musikpräfekt und Obmann der liturgischen Sektion des Linzer Priesterseminars, hier auch Kontakt mit der Liturgischen Bewegung; 1933 Priesterweihe, 1933/34 Kaplan in Pabneukirchen/OÖ. 1934–38 Gesanglehrer und Musikpräfekt am Kollegium Petrinum. Daneben Musikstudien bei R. Keldorfer am Bruckner-Konservatorium, bei Josefine Prachovny bzw. Maria Hausner (Gesang) und G. v. Pászthory de Rosza (Klavier, 1934–37) in Linz, 1937/38 bei J. Lechthaler, L. Dité und E. Tittel an der Wiener MAkad.; 1938 Lehrbefähigungsprüfung für Schulmusik. 1938–41 als Seelsorger in Schwanenstadt/OÖ und Grieskirchen/OÖ tätig, 1941–43 Domvikar (Nachfolger: H. K.) am Neuen Linzer Dom (Gründung des Jugendchores), daneben 1942–45 Studium bei J. N. David, Anton Rhoden und Karl Straube an der MHsch. Leipzig/D. 1943–81 Domkapellmeister in Linz, wirkte 1946–69 auch als Dozent für Choralgesang am Linzer Priesterseminar und war Mitglied der Linzer Diözesankommission für Kirchenmusik. 1957–74 Landespräses für Österreich und ab 1961 1. Vizepräses des Allgemeinen Cäcilienverbandes. Er war daneben auch Musikschriftsteller und ein von Gregorianik (Choral) und niederländischer Vokalpolyphonie ausgehender, Einflüsse von David verarbeitender Komponist von Kirchen- und Kammermusik sowie ab 1945 Prof. für Kirchenmusik am Linzer Bruckner-Konservatorium.
Ehrungen
2. Preis beim Orgel-Wettbewerb St. Florian 1941; Geistlicher Rat 1946; Plakette von Pius XII. 1952; Ehrennadel der Stadt Mönchengladbach/D 1953; Konsistorialrat 1953; Ehrenplakette der Stadt Steyr 1957; Prof.-Titel 1961; Monsignore 1966; Großer Bruckner-Preis des Landes Oberösterreich 1968; Bruckner-Medaille der Internationalen Bruckner-Gesellschaft 1970; Orlando di Lasso-Medaille des Allgemeinen Cäcilienverbandes.
Werke
3 Oratorien (Maria 1958); ca. 30 Messen; ca. 100 lat. und 60 dt. Propriengesänge; deutsche Ordinariumsvertonungen (Florianmesse); Chöre; Orch.-Werke; Kammermusik; Lieder.
Schriften
Aufsätze über einzelne Werke u. a. von A. Bruckner.


Hermann: * 25.3.1914 Losenstein, † 13.11.1994 Linz. Weltpriester, Pädagoge, Organist und Komponist. Studierte Theologie in Linz, war Musikpräfekt an der dortigen philosophisch-theologischen Diözesanlehranstalt; 1938 Priesterweihe. Wirkte in der Diözese Linz (Kaplan in Sierning, Windischgarsten, ab 1943 Domvikar in der Nachfolge seines Bruders), studierte 1946–48 (Abt. für Kirchenmusik) und 1951–53 (Musikerziehung, 1953 Lehramtsprüfung) an der Wiener MAkad. bei F. Kosch, E. Tittel, F. Großmann, H. Gillesberger und K. Walter. 1948/49 Hörer an der Päpstlichen MAkad. in Rom und 1949–59 Musiklehrer am Linzer Knabenseminar Kollegium Petrinum. Obmann des Linzer Dommusikvereins, 1974–84 Landespräses für Österreich des Allgemeinen Cäcilienverbandes und ab 1955 Vorsitzender der Diözesankommission für Kirchenmusik. 1960–74 Lehrer an der Wiener MAkad./MHsch. (1963 ao. Prof., 1960–65 Leiter der Abteilung für Kirchenmusik,1965–74 Leiter des Institutes für kirchenmusikalische Volksbildung und ab 1961–80 Kirchenrektor von St. Ursula). Als Komponist war er – wie sein Bruder – auf dem Gebiet der Volksliturgie (Betsingmesse) geschätzt und betonte daher die liturgische Funktion seiner Werke durch eine einfache Setzweise.


Ehrungen
1. Preis beim Orgel-Improvisationswettbewerb St. Florian 1939; Gausieger beim Orgel-Wettbewerb St. Florian 1941 (2. Preis: J. K.); Geistlicher Rat 1950; Konsistorialrat 1959; Monsignore 1969; Orlando di Lasso-Medaille des Allgemeinen Cäcilienverbandes 1990.
Werke
Märchenoper Der gestiefelte Kater 1963; Kirchenmusik (Oratorium, Messen, dt. Antiphonar; lat. Proprienwerk 1938–50); Chöre; Lieder; Kammermusik; Orgelwerke; Schauspielmusiken.
Schriften
Bruckners Kirchenmusik u. die Liturgie in F. Grasberger (Hg.), [Fs.] Leopold Nowak 1964; Kirchenmusik heute 1967; V. Goller. Leben u. Werk 1976; Aufsätze.
Literatur
Ch. M. Hornbachner, J. K. 2014; H. Zöpfl, J. K. – der Chormeister 2003 [m. WV]; B. Schörkhuber, H. K. Leben u. Werk, Dipl.arb. Linz 1993; MaÖ 1997; Riemann 1972; MGG 7 (1958); Biographisches Lex. v. OÖ 4. Lieferung (1958) u. 11.–14. Lieferung (1968) [Nachtrag]; R. Pacik, Volksgesang im Gottesdienst 1977; Kürschner 1954; MGÖ 3 (1995); I. Loimer, Joseph Messner 2009, 79; MaÖ 1997; Riemann 1972; MGG 7 (1958); Kürschner 1954; MGÖ 3 (1995); J. Unfried in Chorbll. 4/4 (1949); SK 2 (1954), 29; 9 (1961/62), 138; 15 (1967/68), 156f; 17 (1969/70), 119f; 21 (1973/74), 126f; 22 (1974/75), 126; 26 (1978/79), 174; 27 (1979/80), 115f; 29 (1981/82), 22; 31 (1984), 35; 35 (1988), 89 und 128f; 36 (1989), 30; 41 (1994), 30 u. 187, 61 (2014), 48; weitere Recherchen in der SK; Mitt. Archiv MUniv. Wien.


Deren Schwestern Anna (1902–82; Sr. Cäcilia), Agnes (1904–89, Sr. Theresita) und Aloisia (1912–89, Sr. Elfridis) waren in ihren Orden als Organistinnen und Chorleiterinnen tätig. Der Bruder Ernest (1906–81), Uhrmachermeister in Bad Zell/OÖ, betätigte sich fallweise als Kirchenchorleiter.


Literatur
Ch. M. Hornbachner, J. K. 2014.


Deren Nichte Hemma: * 20.4.1946 Losenstein, † 18.8.2009 Wien. Organistin. Studierte 1956–66 am Bruckner-Konservatorium in Linz (zunächst Klavier, ab 1961 Orgel) und ab 1966 Blockflöte (bis 1970, bei H. M. Kneihs) sowie Orgel Konzertfach (bis 1974, bei H. Haselböck) an der Wiener MAkad./MHsch; Diplomprüfung 1974. 1973–75 Lehrbeauftragte für Orgel am Konservatorium in Eisenstadt (damals Expositur der MHsch. Wien), 1975–2009 L1-Prof. (künstlerisch-pädagogische und administrative Aufgaben) am Institut für kirchenmusikalische Werkpraxis an der Abteilung für Kirchenmusik (ab 2002 Institut für Orgel, Orgelforschung und Kirchenmusik) der MHsch./MUniv. Wien.


Ehrungen
Preisträgerin beim Paul-Hofhaimer-Wettbewerb 1973; Prof.-Titel.
Schriften
(Hg.) De arte organistica. Fs. Hans Haselböck zum 70. Geburtstag 1998.
Literatur
SK (2006), 107 u. 56 (2009), 196; E. Ortner u. a. (Hg.), [Fs.] 100 Jahre Kirchenmusikstudium in Wien 1910–2010, 2010, 177; www.friedhoefewien.at (7/2012); Mitt. Archiv MUniv. Wien.

Autor(en)
Uwe Harten
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Uwe Harten/Christian Fastl, Art. „Kronsteiner, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 03/06/2014]