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Kubelik, Kubelik, Jan: Familie
Jan: * 1880 -07-055.7.1880 Michle (heute Stadtteil von Prag), † 1940 -12-055.12.1940 Prag. Violinvirtuose und Komponist. Nach Privatunterricht war er 1892–98 Schüler von O. Ševčík am Prager Konservatorium und absolvierte noch 1898 sein erstes Auslandskonzert in Wien, nach dem ihn M. Kalbeck als „einer der Ersten im Reiche des Violinspiels“ bezeichnete. Es folgte eine 42 Jahre währende, über die ganze Welt reichende Karriere, während der er oft mit N. Paganini verglichen wurde, dessen Werke er sehr häufig spielte. Seine Technik befähigte ihn, auch als unspielbar geltende Werke zu interpretieren. Seine Violinkonzerte sind von Virtuosität des Soloinstrumentes und an Chromatik und kühnen Harmonien reichem symphonischen Charakter geprägt.
Ehrungen
Komturorden Pro Deo et Principe von Papst Leo XIII., 1901; Ehrenmitglied der London Philharmonic Society; goldene Beethoven-Medaille; russischer St. Anna-Orden 1902.
Werke
6 V.-Konzerte u. a. symphonische Werke; Stücke für V. u. Kl.; Kadenzen zu V.-Konzerten u. a. von W. A. Mozart, L. v. Beethoven u. J. Brahms; Bearbeitungen.


Sein Sohn Rafael Jeroným: * 29.6.1914 Bychory/Böhmen (Býchory/CZ), † 11.8.1996 Luzern/CH. Dirigent und Komponist. Studierte 1928–34 am Prager Konservatorium Komposition, Dirigieren und Violine und trat 1934 erstmals als Dirigent in Erscheinung, ging auch mit seinem Vater auf Tournee. 1936–39 leitete er Konzerte des Tschechischen Philharmonischen Orchesters in Prag, als dessen künstlerischer Leiter er 1942–48 wirkte. 1939–41 war er Chefdirigent des Nationaltheaters in Brünn. Nach der Machtübernahme der Kommunisten 1948 verliess R. K. die Tschechoslowakei, war 1950–53 Leiter des Chicago Symphony Orchestra, 1955–58 musikalischer Direktor der Covent Garden Opera in London, wirkte anschließend nur noch als Konzertdirigent, u. a. mit den Wiener Philharmonikern. 1961–79 leitete er als Chefdirigent das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, mit dem er auch zahlreiche Tourneen unternahm. Als weltweit geschätzter Dirigent hatte er sich vorwiegend auf das Repertoire der Romantik konzentriert; als Komponist war er ein Vertreter der Neo-Romantik. 1942 heiratete R. K. die Geigerin Lála (Ludmila) Bertlová, 1963 die Sopranistin Elsie Morrison.


Ehrungen
Mahler-Medaille der Bruckner Society of America 1954; zahlreiche internationale Auszeichnungen.
Werke
1 Messe; Stabat mater; 3 Requiem-Vertonungen; 5 Opern; 3 Symphonien u. a. Orch.-Werke; V.- u. Vc.-Konzerte; Kammermusik; Lieder.
Literatur
NGroveD 13 (2001); MGG 7 (1958); http://kubelik.org/ (7/2003); Riemann 1959 u. 1972; MGÖ 3 (1995).

Autor(en)
Uwe Harten
Empfohlene Zitierweise
Uwe Harten, Art. „Kubelik, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]


GND
Kubelik, Jan
Weiterführende Literatur (OBVSG)
GND
Kubelik, Rafael
Weiterführende Literatur (OBVSG)

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