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Labitzky
(Lawitzky, Labický, Labitzki), Familie
(František?)
Joseph:
* 5.7.1802 Schönfeld/Böhmen (Krásno/CZ),
† 19.8.1881 Karlsbad/Böhmen (Karlovy Vary/CZ).
Violinist, Dirigent, Komponist.
Bekam ersten Unterricht in Petschau (Bečov nad Templou/CZ) vom dortigen Regens chori Karl Veit und trat 1816 als Violinist in ein Petschauer Orchester ein. 1820 Mitglied des Kurorchesters (Kur und Sommerfrische) in Marienbad (Mariánské Láznĕ/CZ), danach in Karlsbad, Bern (1821/22) und München (1823/24), wo er weitere Violinstudien bei Lawecka betrieb und Kompositionsunterricht von P. v. Winter erhielt. 1825 gründete L. sein eigenes Orchester, mit dem er in Wien (1825/26 und 1826/27), wo er mit J. Lanner und J. Strauß Vater zusammen traf, und Warschau (1829/30) sowie Prag (1834) erfolgreich in Erscheinung trat. 1835–68 stand er dem Karlsbader Kurorchester vor, mit dem er Konzerte in Prag, Wien, Warschau, London, Paris und St. Petersburg/RUS gab. 1842 Mitbegründer des Karlsbader Musikvereins und dessen Direktor. Sein Neffe Albert (1852–1926) war Leiter des Musikinstituts in Asch/D und Gründer desL.schen Frauenchores; ein zweiter Neffe, Josef (* ?, † ?), ist als Violinist in Chemnitz/D nachweisbar.W: Über 300 Tanzkompositionen (Paulinen-Walzer, Aurora-Walzer, Eduard Walzer), slawische Volkslied-Potpourris, Märsche, Concertino für Fl., Konzertstück für Trp.
Seine Kinder Antonie: (Tony, Toni): * 19.11.1833 Petschau, † 1.8.1894 Königstein im Taunus/D. Sängerin (Sopran). Erhielt nach 1854 in Wien Gesangsunterricht von M. Marchesi de Castrone und gehörte 1856–71 dem Stadttheater in Frankfurt a. M./D an, wo sie v. a. in den Opern W. A. Mozarts brillieren konnte. 1861 wirkte sie in Frankfurt an der UA von Fr. Schuberts Oper Der häusliche Krieg (Die Verschworenen) mit. Nach ihrer Verehelichung (1871) mit dem Präsidenten des Frankfurter Theaterausschusses, Sigismund Kohn-Speyer, zog sie sich von der Bühne zurück und trat nur mehr gelegentlich im Konzertsaal auf. August: * 22.10.1832 Petschau, † 28.8.1903 Bad Reichenhall/D. Violinist, Dirigent, Komponist. Studierte 1845–49 am Prager Konservatorium bei M. Mildner Violine und gab 1850 gemeinsam mit seinem Bruder W. L. sein Debüt als Violinist. Weitere Studien in Leipzig/D bei Ferdinand David (Violine) und Moritz Hauptmann (Musiktheorie). Anfang der 1850er Jahre gründeten die Brüder ein eigenes Orchester, mit dem sie 1852 bis nach England kamen. Nach der Orchesterauflösung 1854 trat L. in die Kapelle seines Vaters in Karlsbad ein und übernahm 1868 deren Leitung. Aufgrund eines steten Ausbaus des Kurorchesters konnte L. 1894 sogar A. Dvořáks 9. Symphonie Aus der Neuen Welt zur europäischen EA bringen. W: Über 50 Tanzkompositionen (Der Traum der Sennerin), Orchesterwerke.
Wilhelm: * 1829/31 Petschau, † 4.1.1871 Toronto/CDN. Violinist und Organist. Besuchte 1843–49 das Prager Konservatorium und absolvierte dann wie sein Bruder weitere Studien in Leipzig. Trat anschließend gemeinsam mit seinem Bruder auf (1852 in England), ab 1854 auch Mitglied in der Kapelle seines Vaters. L. starb als Domkapellmeister und -organist der Kathedrale von Toronto. Lit: MGG 8 (1960) u. 10 (2003); LdM 2000; NGroveD 14 (2001); ÖBL 4 (1969); K-R 1997 u. 2000; Kosch 2 (1960); Wurzbach 13 (1865); Mendel-R. 6 (1876); Riemann 1961 u. 1975; F-A 1936.
ChF
[ Zuletzt aktualisiert: 2011/10/11 10:37:58 ]
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