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Lanz, Lanz, Joseph: Familie
Joseph: * 1797-01-2020.1.1797 Michaelnbach/OÖ, † 1873-09-099.9.1873 Wien. Musiker. Erste musikalische Ausbildung auf verschiedenen Instrumenten durch den Vater Jakob Franz, dem Schulleiter von Michaelnbach. Bereits als Kind erste Kompositionsversuche, seine kompositorische Ausbildung erfolgte im Wesentlichen autodidakt. Im Alter von 13 Jahren Schulgehilfe in Grieskirchen/OÖ, Fortsetzung der Instrumentalstudien, daneben Tätigkeit als Tanzmusiker, später Rückkehr zum Vater. Ab 1815 durch Vermittlung seines Bruders Stiftsmusiker in St. Peter-Salzburg, wo er zunächst an verschiedenen Instrumenten eingesetzt wurde und in der Folge zum Ersten Geiger, Theaterkapellmeister und Musikdirektor des literarisch-gesellschaftlichen Vereines Museum aufstieg. Darüber hinaus konzertierte L. auf der Violine und dem Klavier und unterrichtete Klavier, Violine, Gitarre und Gesang. Im September 1824 ging L. nach Wien, wo er als gefragter Klavierlehrer und Komponist tätig wurde (u. a. von C. Filtsch). Versuche, eine Anstellung am Kärntnertortheater oder als Chorregent zu erlangen, schlugen fehl. Über J. M. Vogl lernte er F. Schubert kennen, mit dem er bald freundschaftlich verbunden war. Gemeinsam nahmen sie bei S. Sechter im November 1828 eine Unterrichtsstunde in doppeltem Kontrapunkt auf der Basis von Friedrich Wilhelm Marpurgs Abhandlung von der Fuge, Schuberts plötzlicher Tod verhinderte eine geplante gemeinsame Fortsetzung des Unterrichts. Neben seinen kompositorischen Werken verfasste L. auch mehrere musiktheoretische Schriften, u. a. eine Arbeit über die Musikschlüssel, die Sechter in der Allgemeinen Wiener Musik-Zeitung (Nr. 126, 1841, 528) positiv besprach. Durch diese Schrift sollte das System der Musikschlüssel auf die einfachsten Grundsätze zurückgeführt werden: Einführung eines neuen c-Schlüssels, der das Notenlesen erleichtern soll, da der Ton c in jeder Oktavlage auf der mittleren Linie zu stehen kommt und die entsprechende Oktavlage durch zusätzliche Zeichen angegeben wird (s. Abb.).
Schriften
u. a. Das System der Musik-Schlüssel auf die einfachsten Grundsätze zurückgeführt, wodurch die Einheit des Schlüssels und größere Bestimmtheit, Deutlichkeit und Bequemlichkeit in der Tonhöhenbezeichnung erzielt wird 1842; Bemerkungen über den dritten Klang (terzo suono) (Ms., Wienbibliothek); Anleitungen zum Klavierstimmen und zum Akkordeon-Spiel; Grundlage oder System der Tonkunst; Versuch eines Leitfadens beim Unterricht im Volks-Männergesang (Ms., verschollen).
Werke
Kirchenmusik, Kammermusik, Lieder (etwa 45 Werke gedruckt; NA zweier Rondino op. 9 für Git. solo, hg. v. M. Rennert 1992/93).
Literatur
R. Steblin in K. Petermayr/E. W. Partsch (Hg.), Streifzüge 2 (2011); R. Steblin/F. Stocken in Music & Letters 88/2 (2007); Wurzbach 14 (1865); J. Wolf, Hb. der Notationskunde 2 (1919), 311 u. 343; M. Rennert, Vorwort zur erwähnten NA; Taufbuch 1788–1821 der Pfarre Michaelnbach, pag. 150.


Sein Neffe

Engelbert: * 23.9.1820 Waizenkirchen/OÖ, † 12.10.1904 Linz. Lehrer und Komponist. Sohn von J. L.‘ älterem Bruder Franz Karl L. (* 4.9.1789 Michaelnbach, † 5.5.1849 Waizenkirchen), der spätestens ab 1810 als Lehrer in Waizenkirchen tätig war. Nach Ausbildung zum Lehrer in Linz war L. ab 1838 im Schuldienst in Buchkirchen bei Wels ab 1840 in Kirchberg bei Kremsmünster und im dortigen Stift auch als Kanzlist und Bassist tätig. 1843 bewarb er sich erfolglos um die Stelle des Dom- und Stadtpfarrorganisten in Linz, bei einem weiteren Versuch 1850 unterlag er A. Bruckner. 1845 gründete L. in Kremsmünster eine Liedertafel, ging dort 1847 an die Hauptschule und gleichzeitig als Musiklehrer an das Gymnasial-Konvikt. Ab 1855 wirkte L. in Linz, zunächst an der Normalhauptschule, später an der Lehrerbildungsanstalt. Als Direktor des Musikvereins und Chormeister der Liedertafel „Frohsinn“ kam er u. a. wieder mit A. Bruckner in Kontakt; beide planten kurzzeitig die Gründung einer Gesangs-Akad. L. bereitete 1869 die UA von Bruckners Messe in e-Moll vor. Selbst komponierte L. u. a. 1862 ein achtstimmiges Offertorium zur Grundsteinlegung des Neuen Domes in Linz.


Werke
Messen; Motetten; 125. Psalm; Offertorium Misit Deus; Kantaten; Chöre; Lieder (Östreich, du edles Haus).
Literatur
ÖBL 5 (1972); BrucknerH 1996; Kellner 1956; Taufbuch-Duplikat 1820 der Pfarre Waizenkirchen; Taufbuch 1788–1821 der Pfarre Michaelnbach, pag. 147; Trauungsbuch 1787–1824 der Pfarre Waizenkirchen, pag. 158; Sterbebuch-Duplikat 1849 der Pfarre Waizenkirchen.

Autor(en)
Karl Schnürl †
Monika Kornberger
Uwe Harten
Empfohlene Zitierweise
Karl Schnürl †/Monika Kornberger/Uwe Harten, Art. „Lanz, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 24/08/2018]

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Lanz, Joseph
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Lanz, Engelbert
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