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Laska, Laska, Julius: Familie
Julius: * 1850-01-2828.1.1850 Linz, † 1933-08-2424.8.1933 Linz-Urfahr. Schauspieler, Theaterdirektor, Regisseur. Erlernte den Beruf eines Kammmachers, wandte sich jedoch bald dem Theater zu und soll 1869 in Ried im Innkreis als Souffleur bei einer Wandertruppe erstmals mit dem Theater in Verbindung gekommen sein. Nach zweijähriger Tätigkeit bei Wandertruppen leistete er seinen Militärdienst, danach Auftritte an mehreren Theatern in Bayern (Straubing 1873/74) und Österreich (Bozen 1874/75, Innsbruck 1875/76, Laibach 1876–78, Kaschau [Košice/SK] 1877, Ödenburg 1878/79, Olmütz (1879/80), Karlsbad 1880); ab den späten 1870er Jahren war er auch stets als Regisseur tätig. 1880/81 Charakterkomiker in Hamburg/D, 1881/82 in St. Petersburg/RUS und ab 1882 Schauspieler, Sänger und Regisseur am Landestheater in Linz. Hier 1884–91 Direktor (während dieser Zeit auch in Steyr und Salzburg), 1891/92 Operettentournee nach Amsterdam. 1900–03 Direktor des Innsbrucker, 1905–09 des Regensburger und 1910/11 des Meraner Stadttheaters, außerdem 1889–1920 Leiter des Sommertheaters in Marienbad.
Ehrungen
Kaiserlich Russischer Hofschauspieler; Englischer Viktoria-Orden 1908; Königlich Sächsischer Intendanzrat 1909.


Seine Ehefrau Julie (Julia): * 13.6.1860 Pressburg (Bratislava), † 17.5.1917 Wien. Sängerin (Sopran). Über ihre Ausbildung ist nichts bekannt, bereits 1877 soll sie in Pressburg debütiert haben. Spätestens seit 1880 war sie mit Jul. L. verheiratet, von dem sie später wieder geschieden wurde. Nachweisbare Engagements führten sie als Operettensoubrette nach Hamburg (1880/81) und Linz (1882–90), 1886 Gastspiel in St. Petersburg; nach 1890 auch Auftritte in Marienbad. 1890/91 sang sie am Volkstheater in Wien, danach 1891–93 im sog. Münchner Ensemble, 1893–97 (mit Unterbrechung) am Wiener Raimundtheater, 1898 in Linz, 1898/99 in Prag, 1901 in Dresden/D und 1902/03 in Breslau (Wrocław/PL). (Gast-)Auftritte sind bis 1904 nachweisbar, ab ca. 1894 war sie auch als Pädagogin in Wien tätig.

Sein Sohn Joseph Julius (eig. Reitinger, ab 1908 Reitinger-L.): * 13.2.1886 Linz, † 14.11.1964 Wien. Komponist, Kapellmeister, Musikschriftsteller. Unehelicher Sohn von Jul. L. und R. Reitinger. War ab 1894 Sängerknabe am Linzer Dom, besuchte zunächst das Petrinum in Linz, dann das Stiftsgymnasium Kremsmünster und studierte nach dem Militärjahr 1907–09 an der königlichen Akad. der Tonkunst in München Komposition und Klavier bei Melchior Ernst Sachs, Friedrich Klose und Berthold Kellermann; Dirigierausbildung angeblich bei F. Mottl. Anschließend 1909–14 Kapellmeister in Teplitz-Schönau, Linz, Mährisch-Ostrau, Hermannstadt (Sibiu/RO) und Prag. 1914–16 Militärdienst, 1916–19 in russischer Kriegsgefangenschaft. 1920–23 Kompositionslehrer an der MSch. in Wladiwostok/RUS, danach bis 1935 Dirigent und Musikprofessor in Takarazuka/JP und Kobe/JP. Ab 1936 Dirigent und Komponist in Wien. 1941/42 dienstverpflichtet für die NS-Organisation Kraft durch Freude, Aufenthalt in Griechenland; 1942–45 in deutscher Lagerhaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg war L. als Musiker und Dirigent in und um Wien tätig, komponierte auch weiterhin und gab Musikunterricht. Um 1951 ist er als Mitglied der Musiksektion der Österreichisch-sowjetischen Gesellschaft nachweisbar. L. leistete mit seinen Aufführungen von Werken J. Haydns, W. A. Mozarts, L. v. Beethovens und A. Bruckners (mit dem von ihm gegründeten Takarazuka Symphonic Orchestra) musikalische Pionierarbeit in Japan. In seinen Kompositionen verband er Elemente der abendländischen Musikkultur mit japanischen.


Ehrungen
Militärverdienstkreuz III. Klasse mit Schwertern; Prof.-Titel 1936.
Werke
Bühnenmusik, Orchesterwerke (Japanische Suite), Klavier- und Violinstücke, Tänze, (Japanische) Lieder, Chöre, Messen, Bearbeitungen.
Schriften
Die Musik Japans in Die Musik 20/3 (Dezember 1927); Europas Musik in Japan und ihre Beziehungen zur japanischen 1929 (Ms. ÖNB, Musikslg.); European Music in the Land of the Rising Sun in The Etude 51/4 (April 1933).
Literatur
K. Negishi, Joseph L. 2014; ÖBL 5 (1972); Biographisches Lex. v. OÖ 6. Lieferung (1960) u. 11.–14. Lieferung (1968) [Nachtrag]; K-R 1997 u. 2000; H. Wimmer, Das Linzer Landestheater 1803–1958, 1959; I. Suchy, Dt.sprachige Musiker in Japan vor 1945, Diss. Wien 1992; Müller-Asow 1929; Kürschner 1954; Kosch 2 (1960); Eisenberg 1903; Krackowizer/Berger 1931; Eisenberg 1893; F-A 1936 u. 2 (1978); Bozner Ztg. 18.3.1875, 3; Innsbrucker Nachrichten 3.2.1876, 2f; Laibacher Tagbl. 31.8.1876, 4; 29.1.1877, 4; 18.6.1877, 3; NFP 16.3.1878, Abendbl. 2; [Linzer] Tages-Post 12.11.1882, 4; 1.1.1899, 6; 31.5.1917, 3; 24.2.1920, 3; 9.8.1920, 7; 29.9.1921, 3f; Dt. Volksbl. 28.1.1889, 7; Der Humorist 20.5.1890, 5; 12.6.1890, 4f; 10.6.1892, 4; 1.11.1893, 6; 20.7.1894, 4; 20.1.1900, 1f; 20.7.1909, 1f; NFP 14.10.1894, 5; Prager Tagbl. 15.5.1898, 37; 3.5.1899, 9; Neues Wr. Tagbl. 14.3.1901, 10; 2.10.1906, 32; Ulrich 1997; MGÖ 3 (1995); Slg. Moißl; www.ooe.gv.at (8/2003); www.musikerbriefe.at (8/2003); Taufbuch-Duplikat der Stadtpfarre Linz 1886; Sterbebuch 1912–22 der Pfarre Wien-Ober St. Veit (Wien XIII), fol. 163; Nachlass in der WStLB; eigene Recherchen (Bühnen-Jb.er).

Autor(en)
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Art. „Laska, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 10/08/2018]