Lasser von Zollheim, Wolf Adam Joseph Freiherr
* 30.9. [Müller: 11.] 1815 [ÖBL, Czeike: 1814] Weissenbach bei Strobl/Sb, † 19.11.1879 Wien (begr. in Salzburg). Staatsmann. Aus einer alten Salzburger Ritterfamilie stammend, studierte L. an der Wiener Univ. Jus (1838 Dr. jur.) und trat 1839 in den Staatsdienst ein. Er gehörte 1848/49 als Anhänger der liberalen großösterreichischen Partei dem Österreichischen Reichstag an, die endgültige Fassung des Gesetzes, betreffend die Aufhebung der bäuerlichen Leibeigenschaft, stammte von ihm. 1860/61 Justizminister, 1861–65 Minister für politische Verwaltung, 1868–70 Statthalter von Tirol und 1871–78 Innenminister. Anschließend Mitglied des Herrenhauses auf Lebenszeiten. Im Zuge der Wiener Stadterweiterung ist es L. zu verdanken, dass die Gesellschaft der Musikfreunde den Bauplatz für das heutige Musikvereinsgebäude unentgeltlich zur Verfügung gestellt bekam.
P: Ritterkreuz des Leopold-Ordens 1855; Geheimrat 1860; Großkreuz des Ordens der Eisernen Krone 1862; Freiherr 1867; Ehrenbürger der Stadt Innsbruck 1869; Großkreuz des Leopold-Ordens 1873; Großkreuz des St.-Stephan-Ordens 1878.
Schr: Die 1. Ersteigung des Groß-Venedigers 1842.
Lit: K. Müller, Freiherr J. L. v. Z., Diss. Wien 1963; ÖBL 5 (1972); Czeike 3 (1994); Wurzbach 14 (1865) u. 28 (1874); Personenlex. Öst. 2001.


ChF  
[ Zuletzt aktualisiert: 2010/03/22 09:11:37 ]

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Quelle: Österreichisches Musiklexikon, Kommission für Musikforschung
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