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Lechner,
Leonhard
* ca. 1553 Etschtal/Südtirol,
† 9.9.1606 Stuttgart/D.
Komponist.
Von seiner Herkunft zeugt der Beiname Athesinus. Bis 1570 Sängerknabe in der bayerischen Hofkapelle in München und Landshut/D (unter O. di Lasso und I. de Vento), ging L. danach möglicherweise nach Italien und 1575 nach Nürnberg, wo er zunächst Schulgehilfe wurde. Nach seinem Übertritt zum Protestantismus (Reformation) machte er sich als Hauskomponist der bürgerlichen Musikvereinigungen (Musikalische Krenzleinsgesellschaft) einen Namen. Nach einer kurzfristigen Anstellung als Hofkapellmeister in Hechingen/D (1584/85) floh er aus religiösen Gründen nach Tübingen/D. Da er die angestrebte Stelle in Dresden/D nicht erhielt, ging L. nach Stuttgart, wo er Kapellsänger und 1595 schließlich Hofkapellmeister wurde. Seine bedeutendsten (in Nürnberg gedruckten) Kompositionen sind die deutschen Motettenzyklen und Lieder (Villanellen); er gab auch Werke seiner Zeitgenossen heraus (u. a. Lassos Selectissimae Cantiones [1579] und Liber missarum [1581]) und bearbeitete Tricinien von J. Regnart.
W: dt. Lieder (Newe teutsche Lieder 1576/77, Neue lustige teutsche Lieder 1586, Neue Geistliche u. Weltliche Teutsche Lieder 1589); Motetten (Motectae sacrae 1575); Messen (Liber Missarum 1584); Magnificat 1578; Septem Psalmi poenitentiales 1587. – NA: K. Ameln et al. (Hg.), L. L. Werke 1954ff.
Lit: MGG 10 (2003) u. 8 (1960); NGroveD 14 (2001); K. Ameln,
L. L. (um 1553–1606). Leben u. Werk eines dt. Komponisten aus dem Etschtal
1957; Riemann 1961; MGÖ 1 (1995).
ARa
[ Zuletzt aktualisiert: 2010/10/19 06:36:47 ]
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