Leidesdorf, Maximilian Joseph (eig. Marcus)
* 5.7.1787 Wien, † 27.9.1840 Florenz/I. Pianist, Komponist und Musikverleger. Erhielt seine musikalische Ausbildung bei J. G. Albrechtsberger (Generalbass), A. Salieri (Komposition) und E. A. Förster (Kontrapunkt); in Wien als Pianist, Klavier- und Gitarrelehrer tätig. 1822 trat L. in den Musikalienverlag von I. Sauer ein, den er 1826 alleine übernahm. Ca. 1828 ging L. nach Florenz, wo er nach einer Aufführung seines Oratoriums Ester vom Großherzog von Toscana zum Hof- und Kammervirtuosen ernannt wurde, als Prof. am Konservatorium unterrichtete und 1840 die neugegründete Rivista musicale di Firenze in seinem Verlag herausgab. Die Wiener Firma übernahm 1834 Anton Berka, 1835 A. Diabelli. L. war mit Fr. Schubert und L. v. Beethoven befreundet. Zu seinen Schülern zählten Wojciech Sowiński, J. Vesque v. Püttlingen und Graf Carl Malaspina. In L.s Verlag erschienen Werke von Beethoven, Schubert (viele Erstausgaben, darunter auch Die schöne Müllerin; L. erfand auch den Titel von dessen Moments musicaux D 780, in der Erstausgabe als Momens musicals op. 94 bezeichnet), C. M. v. Weber, Klavierauszüge vieler Rossini-Opern sowie seine eigenen, seinerzeit überaus beliebten Kompositionen (darunter auch eine Variation über Diabellis Walzer für dessen Sammelwerk Vaterländischer Künstlerverein). Einer seiner Söhne, Gustav (* 22.2.1811 Wien, † vor 1848), ist als Komponist einiger Klaviertänze hervorgetreten.
W: Messen, Requiem, Oratorium Ester, Kantate Die hl. Cäcilia, Chöre, Lieder, Orchester- und Kammermusik, Klavierwerke (Sonaten, Variationen, Rondos, Polonaises, Bagatellen, Ouvertüren, Scherzi, Walzer, Märsche, Fantasien; Bearbeitungen von Opern; Übungswerke).
Lit: MGG 10 (2003); NGroveD 14 (2001); Wurzbach 14 (1865); O. E. Deutsch in Der Bär. Jb. Breitkopf & Härtel 1928; H. Jäger-Sunstenau, Die geadelten Judenfamilien im vormärzlichen Wien , Diss. Wien 1950; Weinmann 2/15 (1972); SchubertL 1997.


BB  
[ Zuletzt aktualisiert: 2012/01/25 16:23:47 ]

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Quelle: Österreichisches Musiklexikon, Kommission für Musikforschung
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