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Lewinsky Lewinsky true (Lewinski), Ignaz
* --1812 Pest (Budapest), † 1850-04-099.4.1850 Weißgerber-Vorstadt (heute Wien III). Gesanglehrer, Komponist. Sohn eines Buchhalters, möglicherweise polnischer Herkunft. Über L.s Ausbildung ist nichts bekannt, 1836 wurden von A. Diabelli erstmals einige seiner Kompositionen gedruckt, drei Jahre später erschienen seine Werke auch als Beilage der Wiener Musikzeitschrift Lyra. In der Gründungsversammlung des Wiener Männergesang-Vereins am 6.10.1843 wurde er gemeinsam mit C. F. Füchs zum provisorischen Chormeister gewählt, beide legten das Amt jedoch bereits am 29.12.1843 wieder zurück (Nachfolger: A. M. Storch). 1845/46 war L. Mitarbeiter der Wiener Zeitschrift f. Kunst, Literatur, Theater und Mode. Das Libretto zu seiner Zauberposse Alt gewohnt, jung getan, die am 19.12.1846 im Theater in der Leopoldstadt zur UA gelangte, verfasste er selbst. Mit seinen Gesangschülern Jakob Radwanner, Karl Lettinger (1826–1906), Anna S(ch)otschek, Gottlieb Rosenthal, Jonas Pollitzer (eventuell ein Verwandter L. Treumanns) und Salomon Schwarz schloss L. Verträge, in denen diese sich u. a. verpflichten mussten, im Falle eines von ihrem Gesanglehrer vermittelten Opernengagement diesem ein Viertel der ersten und zweiten Jahresgage zu zahlen. Im Gegensatz dazu versicherte L. ihnen schriftlich, sie innerhalb eines Jahres so auszubilden, dass sie an jedem deutschen Theater als Solosänger engagiert werden können. Daneben betätigte sich L. auch als Hausadministrator. L. hinterließ bei seinem Tod keine Kinder, seine zweite Frau (1849) Helene geb. Barecko/Parecka – die erste Frau (1845) Leopoldine, geb. Stanke, war 1848 verstorben – trat daher als Alleinerbin auf. Seine Werke sind u. a. S. Sulzer (s. Abb.) und H. Treffz gewidmet.
Werke
Zauberposse Alt gewohnt, jung getan (= Jupiter in Wien); Klaviermusik f. 2. u. 4 Hände (Etüden, Variationen), Lieder (Der Mönch [T: Rudolph v. Beyer (Rupertus)], Die Brautfahrt [T: Moritz Hartmann], Barcarole [T: J. N. Vogl, s. Abb.]), klavierpädagogische Werke.
Literatur
Wurzbach 15 (1866); Sonntagsbll. 13.4.1845; Adametz (1943), 315; Stieger II/2 (1977); C. Höslinger, Musik-Index zur „Wr. Zs. f. Kunst, Literatur, Theater u. Mode“, 1816–1848, 1980, 171; Wiener Allg. Musikztg. 21 (18.2.1845), 84; WStLA (Magistratisches Zivilgericht Fasz. 2, 1996/1850 u. 3375/1848; TBP 1850); eigene Recherchen (Kat.e ÖNB-Musikslg.).
Autor*innen
Christian Fastl
Letzte inhaltliche Änderung
16.11.2018
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Art. „Lewinsky (Lewinski), Ignaz‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 16.11.2018, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d772
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

MEDIEN
Barcarole (T: J. N. Vogl)© Regenterei Kremsmünster
© Regenterei Kremsmünster

DOI
10.1553/0x0001d772
GND
Lewinsky (Lewinski), Ignaz: 1037482840
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