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Leydecker Leydecker true (Leyendeker, Leyendecker, Leyerdeyser, Leyendechen), Johann (Johannes)
* --ca. 1690 Mainz/D, † 1759 -06-2222.6.1759 Wien. Orgelmacher (Klaviermacher). War als bürgerlicher Orgelmacher in Wien Zunftgenosse von J. Chr. Pantzner und J. Hencke und gilt als der erste bürgerliche Orgelmacher, der auch die Position des Hof-Orgelmachers innehatte (ab 1729 Adjunkt, ab 1733 Hof-Orgelmacher). Die Lehrjahre verbrachte L. ab 1718 in Graz bei F. Mitterreiter und weitere sieben Jahre in Wien bei L. F. Walter. 1730 arbeitete er in Wien im Tiefen Graben (zu den „drei grünen Säulen“). Nach 1749 scheint L. in den Steuerbüchern nicht mehr auf. Er starb im „kleinen Mölkerhof“.

Das einzige bislang bekannte erhaltene Cembalo entstand 1755 und wird im Steiermärkischen Landesmuseum Joanneum (Kunstgewerbliche Slgn., Inv.-Nr. KGW 04.052) aufbewahrt. Es belegt aufgrund seiner späten Datierung eine lange berufliche Aktivität L.s. Die Baumerkmale des Cembalos deuten wegen der angeschriebenen dünnen Besaitung, der Diagonalstreben zwischen der Resonanzbodenauflage und dem Unterboden sowie der hellen Arkaden auf schwarz gebeizten Tastenfronten und einer typisch geschweiften hölzernen Handhabe am Verschlussriegel der Springerleiste auf den Typus des österreichischen Cembalos. Weiters weist der Hauptdeckel eine unsorgfältige Bearbeitung der Innenseite auf, die nahelegt, dass sie nicht zur Ansicht gedacht war. Es hat den Tonumfang von F1/C bis f’’’ mit Wiener Bassoktave und eine angenommene Stimmtonhöhe im Cornett-Ton von a’ = 450–465 Hz. Zwei Zeitungsannoncen (Wiener Zeitung 16.2.1774 und 18.1.1786) geben Auskunft über die Existenz weiterer Instrumente. L.s Baustil findet sich bei den Cembali von M. Blum wieder, was L. als Lehrer Blums wahrscheinlich macht.


Literatur
H. Federhofer in Aus Archiv und Chronik 1951; A. Huber (Hg.), Das österr. Cembalo 2001 [Abb.]; R. Maunder, Keyboard Instruments in Eighteenth-Century Vienna 1998; R. Topka, Der Hofstaat Kaiser Karl VI., Diss. Wien 1954.

Autor(en)
Beatrix Darmstädter
Empfohlene Zitierweise
Beatrix Darmstädter, Art. „Leydecker (Leyendeker, Leyendecker, Leyerdeyser, Leyendechen), Johann (Johannes)‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]