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Liechtenstein-Castelcorn, Liechtenstein-Castelcorn, true Carl
* 1624 -04-088.4.1624 Glatz/Schlesien (Kłodzko/PL), † 1695 -09-2323.9.1695 Olmütz/Mähren (Olomouc/CZ). Fürstbischof von Olmütz, Mäzen. Aus einer Tiroler Grafenfamilie mit Stammsitz auf Schloss Castelcorn in Leifers bei Bozen stammend (1530 in den Reichsgrafenstand erhoben, nicht verwandt mit dem Fürstenhaus Liechtenstein), studierte er in Innsbruck und Ingolstadt/D Theologie. Schon mit 13 Jahren waren ihm Kanonikat und Präbande in Salzburg verliehen worden, 1640 ein Kanonikat in Olmütz und 1653 eines in Passau; 1655 erfolgte erst seine Weihe zum Priester. Nach dem Tod von Erzhzg. Leopold Wilhelm 1662 wurde L.-C. zuerst als Koadjutor für Erzhzg. Carl Joseph, nach dessen Tod 1664 als Fürstbischof von Olmütz eingesetzt. Neben seiner seelsorglichen Tätigkeit versuchte L.-C. v. a. das Bistum von den Zerstörungen des 30-jährigen Krieges zu befreien, war aber auch ein großer Förderer der Musik: Er baute die Hofmusikkapelle ab 1666/67 zu einem weit über die Grenzen Mährens vielbeachteten Ensemble von bis zu 60 Musikern auf (Leiter: Pavel Josef Vejvanovský bis 1693), knüpfte Kontakte zu Musikern aus dem Umkreis der Wiener (z. B. J. H. Schmelzer) wie auch der Salzburger HMK (H. I. F. Biber). Er ließ eine große Musiksammlung anlegen (heute in Kremsier, CZ-Kra), die in erster Linie Instrumentalmusik (v. a. Tanzkompositionen) umfasst.
Literatur
J. Sehnal in KmJb 51 (1967); D. Glüxam, Die Violonskordatur 1999; P. Nettl in StMw 24 (1960); P. Nettl in StMw 8 (1921); MGÖ 1 (1995).

Autor(en)
Elisabeth Th. Hilscher
Empfohlene Zitierweise
Elisabeth Th. Hilscher, Art. „Liechtenstein-Castelcorn, Carl‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]