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Lo Presti Lo Presti Rocco (Lopresti, dello Presti), Familie
Rocco (Rochus) Baron (de): * --1703 Palermo/I, † 1784-08-1515.8.1784 Wien. Offizier und Impresario. Die adelige Familie L. ist seit dem 14. Jh. nachgewiesen und kam 1736 von Sizilien nach Wien. R. L., Sohn von Franz L. und Hieronyma Gaetana Arini, war bereits 1731 in die österreichische Armee eingetreten und begann eine erfolgreiche militärische Laufbahn (Teilnahme am Österreichischen Erbfolgekrieg, 1748 Oberst). Er gründete nach dem Vorbild des Teatro Regio in Turin/I eine Sozietät von Adeligen und übernahm 1747 als Nachfolger von J. C. Selliers das Ball- und Opernprivileg des Burgtheaters durch einen Vertrag, der ihn zu umfangreichen Umbau- und Renovierungsarbeiten im Theater sowie zum Engagement hervorragender Künstler verpflichtete. L. ließ sich in künstlerischen Fragen von dem Mitdirektor des Kärntnertortheaters, dem Sänger F. Borosini beraten und konzentrierte das Repertoire des Burgtheaters ganz auf die Oper. Im renovierten Haus gab er am 14.5.1748 mit der UA von Chr. W. Glucks Semiramide riconosciuta seinen erfolgreichen Einstand als Impresario, hatte aber trotz eines florierenden Theaterbetriebes und beträchtlicher Einnahmen erhebliche finanzielle Verluste zu verzeichnen, die in erster Linie aus den vertraglich vereinbarten Umbauten resultierten. Außerdem ließ L. eine Reihe hochrangiger Künstler engagieren, unter ihnen die Sänger Vittoria Tesi-Tramontini, Girolama Giacometti und Angelo Amorevoli, die Bühnenbildner Ant. Galli Bibiena und Giuseppe Quaglio sowie die Komponisten Gluck, J. A. Hasse, B. Galuppi, N. Jommelli und G. Ch. Wagenseil. 1750 führte L. die musikalischen Akademien wieder ein und übernahm im April 1751 auch die Impresa des Kärntnertortheaters. Bereits Ende 1751 war der finanzielle Zusammenbruch seiner inzwischen hochverschuldeten Impresa nicht mehr aufzuhalten. Nach L.s Abgang zum Ende der Spielzeit 1751/52 wurden die Wiener Theaterverhältnisse neu geordnet und dem Grafen G. Durazzo anvertraut. 1761 kaufte L. ein Haus in der Kärntner Straße (Wien I). Sein Bruder (Sohn?)

Francesco: * ?, † ?. Theaterdirektor. Unterzeichnete am 11.10.1769 den Gesellschaftsvertrag mit dem neuen Pächter G. d’Afflissio und Gluck, der zum Streit um das französische Theater mit W. A. Kaunitz führte.


Literatur
Wurzbach 16 (1867); Czeike 4 (1995); Zechmeister 1971; Hadamowsky 1988; H. Kunz in Jb. der Ges. für Wr. Theaterforschung 1953/54 (1958); G. Croll in G. Croll (Hg.), Christoph Willibald Gluck. La Semiramide riconosciuta 1994; R. Haas, Gluck u. Durazzo im Burgtheater [1925]; E. Großegger, Gluck u. d’Afflisio 1995; R. Gerber, Christoph Willibald Gluck 1950.

Autor(en)
Irene Brandenburg
Alexander Rausch
Empfohlene Zitierweise
Irene Brandenburg/Alexander Rausch, Art. „Lo Presti (Lopresti, dello Presti), Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 02/07/2002]