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Maiandacht
Der Monat Mai gilt neben dem Monat Oktober als marianische Zeit, allerdings nicht in der Liturgie, sondern nur in der Privatandacht der Gläubigen. Seit jedoch Papst Pius VII. im Jahr 1815 Ablässe für M.en gewährte, setzten sich diese, von München/D und Aachen/D ausgehend, mehr und mehr durch, und erhielten durch die Dogmatisierung der Unbefleckten Empfängnis 1854 noch einmal einen entscheidenden Impuls. Für die M.en, zu deren Feier Marienaltäre und Marienstatuen in Kirchen und Kapellen oft bis heute (2004) besonders ausgestaltet und mit Blumen geschmückt werden, sind eine große Anzahl von Marienliedern entstanden, die seit der Mitte des 19. Jh.s auch durch Flugblattdrucke verbreitet wurden. Bis weit ins 20. Jh. oblag die musikalische Gestaltung der M.en den Kirchenchören, denen die Marienliederkomponisten durch den Einbau von Alt- und Sopransolostellen gern entgegenkamen (z. B. Aveglöcklein von Franz Xaver Mitterwaldner). Schlichtere Lieder, wie z. B. Meerstern, ich dich grüße (Text und Musik nach August v. Haxthausen, Geistliche Volkslieder 1830) setzten sich auch im Gemeindegesang durch und sind sogar in die mündliche Überlieferung eingegangen. Aktuelle Umfragen zeigen, dass z. B. mehr als 99 % der burgenländischen Pfarren M.en veranstalten, und dass auch in den katholischen Pfarren Wiens M.en noch beliebt sind, wiewohl sie in den 1990er Jahren abgenommen haben (von anderen Bundesländern sind keine Umfragen bekannt).
Literatur
L. Schmidt in Volksgesang und Volkslied 1970; H. M. Wolf, Das neue Brauchbuch 2000; Wetzer und Weltes Kirchenlex. 8 (1893) [Marienfeste]; G. Haid in Th. Hochradner et al. (Hg.), Zur musikalischen Volkskultur im Lammertal 2003; Gotteslob 1975.

Autor(en)
Gerlinde Haid †
Empfohlene Zitierweise
Gerlinde Haid †, Art. „Maiandacht‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]