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Mannsfeld Mannsfeld Ferdinand (Mansfeld), Familie
Ferdinand Josephus: * 1833-04-1111.4.1833 Wien, † 1869-06-1110.6.1869 Hernals (Wien XVII). Komponist, Texter, Pianist, Journalist. Arbeitete als Begleiter und Komponist für verschiedene Volkssänger, entdeckte Antonie M., die seinen Namen als Künstlernamen wählte, und wurde deren ständiger Begleiter und komponierte und textete ihre Lieder. Einige davon wurden 1868 bei C. Haslinger veröffentlicht. Auf der Bühne als „Bruder“ ausgegeben, war M. tatsächlich zeitweilig A. M.s Lebenspartner. Später wirkte er auch als Autor und Begleiter L. Montags.
Werke
Lieder (Wr. G’frettg’schichten, Na versteht si!, Hat ihm schon!, Die göttliche Liebe, Wr. Sittenbilder, Die Geheimnisse von Wien), gedr. als Wiener-Lieder der Wiener Liedersängerin Antonia Mannsfeld, genannt die „Wiener Theresa“ 1868.


Antonia (Antonie, eig. Montag): * 16.3.1835 Schottenfeld (Wien VII), † 23.10.1875 Lainz (Wien XIII). Volkssängerin. Von Beruf Näherin, wirkte sie zunächst als Choristin im Neulerchenfelder Theater und im Theater in der Josefstadt und ging als Varieté-Sängerin nach Budapest. Erste Auftritte in Wien in den Privat-Soireen des Volkssänger-Mäzens Johann Haberlandtner († 15.2.1876 Wien) mit z. T. frivolen Liedern Ferdinand M.s. Im April 1866 erste öffentliche Auftritte in Wien als Natursängerin, wo sie auch mit Michael Kogler (* 26.3.1838, † 17.4.1887) im Duett sang. Bald erhielt sie eine Volkssänger-Lizenz und betrieb eine eigene Gesellschaft. Ihre zweideutigen Lieder trug M. – im hochgeschlossenen schwarzen Kleid auftretend – in zahlreichen Wiener Etablissements vor, später trat sie auch in Graz und Budapest auf. Sie erlangte rasch Berühmtheit, wurde als „erste Wiener Liedersängerin“ beworben und auf Wiener Theaterbühnen , u. a. von J. Gallmeyer, sogar parodiert. Nach dem Tod Ferdinands fand sie in J. Sioly einen Nachfolger, der für sie viele Wienerlieder schuf. Eine geplante Heirat mit Sioly kam durch eine Geisteskrankheit M.s nicht zustande, sie verbrachte die letzten zweieinhalb Jahre ihres Lebens in einer Nervenheilanstalt in Lainz.


Literatur
Czeike 4 (1995); Hauenstein 1976 u. 1979; J. Koller, Das Wr. Volkssängertum in alter und neuer Zeit 1931 [mit Fotos]; I. Ganster/H. Kretschmer [Kat.], Allweil lustig, fesch und munter. Altwiener Volks- und Natursänger 1996; R. Holzer, Wiener Volks-Humor. Harfenisten und Volkssänger 1943; Neues Wr. Tagbl. 28.1.1931, 24; Illustrierte Wochenpost 19.8.1932, 4; Neues Fremden-Bl. 7.12.1866, [19]; Illustrirtes Wr. Extrabl. 26.10.1875, 2f; Neuigkeits Welt-Bl. 28.10.1875, [3]; Fremden-Bl. 8.4.1866, [13]; 8.12.1866, [15], 25.12.1866, [15], 19.3.1867, [16], 21.8.1871 [6]; 7.4.1868, 8, 7.1.1869, [4]; Der Zwischen-Akt 10.8.1867, [2]; Morgen-Post 9.1.1869, [5], 3.5.1873, [4]; Oesterr. Buchhändler-Correspondenz 20.11.1868, 327; ÖBL 6 (1975) [Montag]; Taufbuch der Pfarre Schottenfeld (Wien VII) 1835, fol. 53; Sterbebuch der Pfarre Lainz (Wien XIII) 1875–1896, fol. 7; Taufbuch St. Josef ob der Laimgrube (Wien VI) 1832–34, fol. 49 [F. Mannsfeld]; Sterbebuch der Pfarre Hernals (Wien XVII) 1869–70, [1869] fol. 79 [F. Mannsfeld]; Sterbebuch der Pfarre St. Florian (Wien V) 1876-78, 14 [Haberlandtner].

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Mannsfeld (Mansfeld), Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 31/05/2019]