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Marlow, Marlow, true Mimi (eig. Bass, Hermine, verh. Weiner)
* 1879-11-1111.11.1879 [nicht 1880] Wien, † 1926-05-088.5.1926 Hagen/D (begr. Wien). Sängerin (Soubrette), Diseuse. Begann ihre Karriere in verschiedenen Varietés, so im September 1904 im Hotel Stadt Wien in Prag, im Jänner 1906 im Grazer Orpheum als „weiblicher Humorist“, im Juli 1906 in Gruder’s Orpheum in Czernowitz als „Soubrette im Frack“. Mit ihren Auftritten im Kabarett Fledermaus 1908/09 machte sie sich rasch einen Namen und fand begeisterte Anerkennung u. a. von Peter Altenberg und H. v. Hofmannsthal. Es folgten Engagements in verschiedenen Wiener Kabaretts (Venedig in Wien, Hölle, Fledermaus). Ab der Saison 1910/11 am Ronacher-Theater unter G. Steiner. 1911 Gastspiel am Raimundtheater, Herbst 1912 Apollotheater. 1913 spielte sie die Hauptrolle im Stummfilm Des Schusters Tochter. Anfang 1914 Engagement ans Dresdner Zentraltheater, im Mai Gastspiel am Johann-Strauß-Theater, danach am Darmstädter Hoftheater und an den Stadttheatern Marienbad und Franzensbad (Františkovy Lázně/CZ). Im Anschluss daran wieder in Wien, wo M. für verschiedene karitative Einrichtungen tätig war. Während des Krieges Auftritte im Simpl, im Wintergarten Budapest, am Johann Strauß-Theater, an der Bunten Bühne Rideamus, am Deutschen Volkstheater, in der Hölle, den Kammerspielen. „Die Marlow begnügt sich nicht mit den leichten Künsten eines Dutzendtalents. Sie verfügt über eine starke Eigenart, die jedem Vortragsstück das Gepräge und etwas von dramatischem Leben verleiht. Ein starkes Temperament, drückt sich ihr Empfinden in jeder Gebärde, in der charakteristischen Färbung von Ton und Wort aus […]“ (Neues Wr. Journal 14.11.1915, 16). 1919/20 geriet M. mit dem Gesetz in Konflikt, da sie in ihrer Wohnung in der Köstlergasse 3 (Wien VI) verbotene Spielgesellschaften in großem Stil veranstaltete. Um einer Ausweisung nach Ungarn zu entgehen, heiratete sie am 20.6.1920 den Wiener Leo (Egon) Weiner. Bis 1923 trat M. in Wien noch an verschiedenen Kabaretts (Simpl, Lurion), im Wiener Konzerthaus und am Johann Strauß-Theater auf. Zuletzt war sie in Frankfurt am Main/D tätig.
Werke
Stummfilmrolle in Des Schusters Tochter 1913.
Literatur
M.-Ch. Werba, Das Wiener Kabarett im Zeichen des Jugendstils 2, Diss. 1976; M.-Th. Arnbom/G. Wacks (Hg.), Das Theater und Kabarett „Die Hölle“ 2010; Wr. Ztg. 15.5.1926, 2; Arbeiter-Ztg. 2.8.1919, 6, 5.10.1920, 7; Prager Tagbl. 19.10.1920, 7; Reichspost 28.4.1919, 3; Illustrierte Kronen-Ztg. 24.1.1920, 5, 12.12.1920, 4f; M. Zollinger, Geschichte des Glücksspiels 1997, 268; Neues Wr. Tagbl. 12.11.1910, 14, 16.5.1918, 9; Neues Wr. Journal 6.1.1910, 17, 14.11.1915, 16, 31.10.1919, 15, 15.1.1921, 12, 8.3.1921, 14; Wr. Montagbl 11.11.1912, 3; Geburtsbuch der IKG Fünfhaus-Sechshaus 1868-92, RZ 1860; www.genteam.at (4/2018); eigene Recherchen (Bühnenjb.er; www.anno.onb.ac.at).

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Marlow, Mimi (eig. Bass, Hermine, verh. Weiner)‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 20/04/2018]