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Martinides, Martinides, Martin: Familie
Martin: * 1698-11-099.11.1698 Politschka/Böhmen (Polička/CZ), † 1754-09-1111.9.1754 Lichtental (Wien IX). Kirchenmusiker. Sohn eines Handelsmanns. Ist anlässlich seiner Verehelichung 1724 erstmals in Lichtental als Musiker greifbar, 1728 folgte er Joseph Lorenz Graß als Chorregent an der dortigen Pfarrkirche zu den Heiligen 14 Nothelfern nach. An Gehalt bezog er 150 fl seitens der Pfarre und 170 fl von der Nothelfer-Bruderschaft. Während seiner Amtszeit errichtete 1739 J. Moysé eine neue Orgel in der Pfarrkirche. Seine Tochter Maria Anna (get. 14.6.1725 Lichtental, † 16.4.1800 Währing [Wien XVIII]) ehelichte 1744 Joseph Carl Cavalier und war die Mutter der Sängerin C. Cavalieri.

Seine Söhne

Karl (eig. Elias Antonius Carolus Martinus): get. 5.9.1732 Lichtental, † 4.11.1794 Lichtental. Kirchenmusiker und Komponist. Folgte 1754 seinem Vater als Regens chori nach. Vermutlich begann er damit, das umfangreiche Notenarchiv durch die Anfertigung von Stimmenabschriften von Messen und anderen Kirchenmusikalien der Wiener Klassiker und ihrer Zeitgenossen anzulegen. 1783 versahen unter seiner Leitung vier Violinisten, je ein Violoncellist und Kontrabassist sowie ein Vokalquartett (Altistin war damals die Tochter Josepha Clara Magdalena [get. 12.8.1764]) nebst einem Organist den regelmäßigen kirchenmusikalischen Dienst in Lichtental (dasselbe Ensemble wirkte auch an der nahen Spitalskirche Maria de Mercede). A. Rieder äußerte sich in seiner Autobiographie äußerst wohlwollend über seinen Lehrer M. Während seiner Amtszeit baute J. M. Pantzner 1774 eine neue Orgel für die Pfarrkirche („Schubert-Orgel“). Seine Tochter Anna Maria ehelichte 1794 M. Holzer.


Werke
2 Messen, 2–3 Tantum ergo, 1 Divertimento f. Va. d’amore, V., Va. u. Bass; 1 Bläserpartita, Orgelmusik (verschollen).


Martin (d. J.) Wenzl: * 25.9.1744 Lichtental, † 19.12.1805 Rossau (Wien IX). Beamter und Organist. War Landrechtsregistrant bei der Niederösterreichischen Regierung (1791 bei seiner Heirat als solcher belegt) und ist um 1783 auch als Organist an der Lichtentaler Pfarrkirche überliefert.

Ein Musiker namens Josef Leopold M. starb im Alter von 40 Jahren am 30.3.1727 in der Josefstadt (Wien VIII).


Literatur
E. Benedikt in StMw 53 (2007); E. R. Landon in Unser Währing 40/4 (2005); E. Benedikt/M. Jahn, Die Musikhss. des Pfarrarchivs Wien-Lichtental 2006; E. Benedikt in Franz Schubert u. die Pfarrkirche Lichtental 1997; E. Benedikt in Schubert durch die Brille 22 (1999); E. Benedikt in SK 48 (2001); Ch. Fastl/H. Reitterer in G. Gruber/J. Brügge (Hg.), Das Mozart-Lex. 2005 [Cavalieri]; R. Steblin in Schubert: Perspektiven 10/1 (2010); Taufbuch 1642–1764 der Pfarre Polička/CZ, pag. 313; Trauungsbuch 1723–33 der Pfarre Lichtental (Wien IX), pag. 49; Taufbuch 1740–56 der Pfarre Lichtental, pag. 367; Trauungsbuch 1791–96 der Schottenpfarre (Wien I), fol. 9; Sterbebuch 1796–1813 der Pfarre Rossau (Wien IX), fol. 221; WStLA (G. Gugitz, Auszüge aus dem TBP 18. Jh. [Archivbehelf]).

Autor(en)
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Art. „Martinides, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 21/10/2019]