Materna (verh. Friedrich), Amalie (eig. Amalia)
* 10.7.1844 [nicht: 1845, 1847] St. Georgen an der Stiefing/St, † 18.1.1918 Wien. Sängerin (Sopran). Erster Gesangsunterricht in Graz, wo sie 1865 in der Operette Leichte Kavallerie von F. v. Suppè am Thaliatheater debütierte. Heiratete den Volksschauspieler und Operettensänger Karl Friedrich, mit dem sie an das Wiener Carltheater ging; nach kurzem Studium bei Hofkapellmeister H. Proch wurde sie am 1.5.1869 an die Wiener Hofoper engagiert, wo sie M. L. Dustmann als erste dramatische Sopranistin ablöste (1875 u. a. Titelrolle in der UA der Königin von Saba von K. Goldmark); besondere Wertschätzung durch Rich. Wagner, der ihr die Rolle der Brünnhilde bei den ersten Aufführungen des Ring des Nibelungen in Bayreuth/D 1876 anvertraute; 1877 reiste sie mit Wagner nach London und erntete große Erfolge; sang die Kundry in der UA des Parsifal 1891; zahlreiche Tourneen und Gastspiele; 1894 Abschied von der Bühne (letzter Konzertauftritt 1913); danach als Gesangspädagogin in Graz und Wien tätig. A. M. zählte zu den größten Wagner-Sängerinnen ihrer Zeit. Auch ihre Nichte Hedwig M. (* 4.8.1871 Graz, † ?) war als Sängerin (Sopran) – überwiegend in Mainz/D – sowie als Musikschriftstellerin tätig. Ihre Ausbildung erhielt sie in Graz bei L. Weinlich-Tipka und in Wien bei Jella Fichna. H. M. war mit dem Kunstkritiker Heinrich Hirsch verheiratet. H.’s Bruder Leopold M. (1872–1948) war Kapellmeister und Komponist.
G: Ehrengrab auf dem Wr. Zentralfriedhof; M.weg (Wien XVI); Gedenktafel am Geburtshaus (ehemalige Schule, heute Marktgemeindeamt St. Georgen an der Stiefing).
Lit: K-R 1997 u. 2000; NGroveD 16 (2001); MGG 8 (1960); ÖBL 6 (1975); StMl 1962–66; Czeike 4 (1995); R. Hilmar in Mitt. d. ÖGMw 25 (1992) u. 26 (1993); G. Skelton, Wagner at Bayreuth 1965; [Kat.] 100 Jahre Wr. Oper 1969, 51f; [Fs.] 800 Jahre Pfarre St. Georgen an der Stiefing 1959, 95f; Taufbuch Tom VII Pfarre St. Georgen/Stiefing.


BB  
[ Zuletzt aktualisiert: 2011/08/18 12:15:25 ]

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Quelle: Österreichisches Musiklexikon, Kommission für Musikforschung
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