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Mautner, Mautner, true Konrad
* 1880 -02-2323.2.1880 Wien, † 1924 -05-1515.5.1924 Wien. Großindustrieller, Volksliedsammler. M.s Familie stammte aus Böhmen; sein Vater Isidor gründete 1893 das größte Textilunternehmen der Monarchie. K. M. erhielt seine Ausbildung in Wien durch Privatlehrer und am Schottengymnasium, ging 1902 für ein Jahr in die USA und arbeitete dann in leitender Position im väterlichen Textilkonzern. 1909 heiratete er seine aus einem Seidenimperium stammende Cousine Anna Neumann, die – wie auch er selbst – künstlerisch begabt und interessiert war; der Ehe entstammten 5 Kinder. Zur Zeit des Nationalsozialismus musste die Familie, die jüdischer Abstammung war, emigrieren (Exil), was aber M. selbst wegen seines frühen Todes nicht mehr erlebte. M. verbrachte von Kindheit an seine Ferien mit seinen Eltern und Geschwistern in Gößl am Grundlsee/St, das seine zweite Heimat wurde, und wo er praktisch mit den Einheimischen aufwuchs. 1910 ließ er als Dokumentation dieser glücklichen Kinder- und Jugendjahre das Steyerische Rasplwerk drucken, einen bibliophilen Prachtband, der alle Lieder und Gasslreime (Fensterllied) enthält, die er selbst in Gößl gehört und gesungen hat. Er hat sie eigenhändig niedergeschrieben und mit Handzeichnungen illustriert. Dieses Werk stellt die erste musikalische Dorfmonographie Österreichs dar, die gerade wegen ihrer Naivität ein sehr komplettes Bild vermittelt. In der Folge hielt M. jedoch enge Verbindung mit der Fachwelt. M.s Beiträge zur Volksliedforschung zeichnen sich durch genaueste Sachkenntnis und künstlerisches Einfühlungsvermögen, aber auch durch den frühen Einsatz technischer Mittel (Phonographie) aus. M.s jüngste Schwester Marie (1886–1972), Malerin und Photographin, heiratete 1919 den Schauspieler und Regisseur Paul Kalbeck (1884–1949), Sohn von M. Kalbeck.
Schriften
Steyerisches Rasplwerk. Vierzeiler, Lieder und Gasslreime aus Goessl am Grundlsee 1910 (mit Anhang), ND 1977; Alte Lieder und Weisen aus dem Steyermärkischen Salzkammergute 1918, ND 1977; Steirisches Trachtenbuch (weitergeführt u. hg. v. Viktor Geramb), 2 Bde. 1932–39; Da liabn Morir ihri husign Gsanglan 1904; Vierzeiler und Gstanzln aus dem Ausseer Land von K. M., hg. v. P. Tapolcai/J. Littlejohns 1997.
Literatur
W. Suppan in JbÖVw 27 (1978); M. Martischnig in JbÖVw 29 (1980); G. Haid in N. Schönfellinger (Hg.), „Conrad Mautner, grosses Talent“. Ein Wr. Volkskundler aus dem Ausseer Land 1999; Jugenderinnerungen der Schwester K. M.s, Käthy Breuer, kommentiert v. G. Haid in [Fs.] F. C. Lipp 1998; G. Haid in Der Vierzeiler 18/1 (1998); G. Haid in Tradition 1999; ÖBL 6 (1975); StMl 1962–66.

Autor(en)
Gerlinde Haid †
Empfohlene Zitierweise
Gerlinde Haid †, Art. „Mautner, Konrad‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]


GND
Mautner,
Weiterführende Literatur (OBVSG)

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