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Mayr, Mayr, true Rupert Ignaz
* 2- 8-zwzw. 8.2.1646/6.2.1647 im damals bayerischen (ab 1779 österr.) Schärding/OÖ, † 1712 -02-077.2.1712 Freising/D. Violinist, Hofkapellmeister, Komponist. Ort und Dauer der schulischen und musikalischen Ausbildung sind noch immer unbekannt. 1667 Eheschließung mit Anna Cäcilia Freyhammer, Tochter eines kurfürstlichen Beamten und Kammerdienerin der Kurfürstin Henriette Adelheid. Die Ehe blieb kinderlos. Ab 1671 nachweisbar als Violinist und „Hochfürstl. Hof- und Cammer-Musicus" unter Bischof Albrecht Sigismund in Freising und ca. 1678–83 in gleicher Funktion unter Bischof Marquard II. in Eichstätt. 1683–85 „Praefectus musicae“ bei Fürstbischof Sebastian Graf v. Pötting in Passau. Der immer wieder publizierte Studienaufenthalt M.s in Paris zu dieser Zeit beruht auf einem schon 100 Jahre alten Irrtum (Verwechslung mit dem Münchner Hofgeiger Dominicus M.). Ab 1.10.1685 steht M. im Dienst des Kurfürsten Max Emanuel in München, zuletzt als „Primus Violinista“. Nach kriegsbedingter Auflösung der Hofkapelle Ende Juni 1706 (Spanischer Erbfolgekrieg) Berufung nach Freising (26.7.1706) als Hofkapellmeister des Fürstbischofs Johann Franz Eckher. 1707 „Hochfürstlicher Rat“.

Im bayerisch-österr. Raum zählt M. mit seiner perfekten Beherrschung auch kontrapunktischer Satzweise und italienischer wie französischer Stilistik zu den bedeutendsten einheimischen Komponisten an der Wende vom 17. zum 18. Jh.


Gedenkstätten
Beachtenswerter Wappen-Grabstein in der Stadtpfarrkirche Freising (s. Abb.).
Werke
zahlreiche Kirchen-, Orchester- und Kammermusik sowie 11 Finalkomödien (Schuldrama) verschollen. Erhalten: Arion sacer (6 Suiten für Str., nur Basso-di-Vla.-Stimme) 1678, Sacri concentus (12 Sologesänge mit Instr.begleitung, durch verlagsrechtl. Schutzbrief Kaiser Leopolds I. ausgezeichnet) 1681, Güldener Hochzeit-Apffel (Singstimme und B.c.) 1682, Wehmüthiges Trauer-Gedicht (Singstimme und B.c., auf den Tod Bischof Marquards II.) 1685, Pythagorische Schmids-Füncklein (7 Suiten für Str.) 1692, Gazophylacium musico-sacrum (25 doppelchörige Motetten mit Instr. in concerto-grosso-Form) 1702, Psalmodia brevis (17 Psalmvertonungen in der Art des Gazophylacium ) 1706, mehrere Sonaten für V. und B.c., 24 Considerationes (lat. Bühnenwerke für die Fastenzeit, unzutreffend als „dramat. Kantaten“ oder „geistl. Operetten“ bezeichnet) posthum 1717. – NA: K. G. Fellerer (Hg.), Ausgewählte Kirchenmusik, in: DTB 37, Braunschweig 1936; C. Dolmetsch (Hg.), Suite in F, bearb. für 4 Blockflöten, London 1960; F. Immer (Hg.), Regina coeli für Baß, 2 Trp. und B.c., Herrenberg 1995; K. Ruhland (Hg.), Pythagorische Schmids-Füncklein, Marienvesper und V.-Sonaten, in: Musik aus Ostbayern, Altötting 1987–98; I. Schmid (Hg.), Sacri concentus (1. vollständige NA), Magdeburg 2004–.
Literatur
B. Ulrich, Die Pythagorischen Schmids-Füncklein, in: SIMG IX (1907); K. G. Fellerer, R. I. Mayr und seine Kirchenmusik, in: AfMf I (1936); I. Schmid, R. I. Mayr (1646–1712): Die Kompositionen für das Musiktheater, Diss. Salzburg 1989.

Autor(en)
Irmgard Schmid
Empfohlene Zitierweise
Irmgard Schmid, Art. „Mayr, Rupert Ignaz‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]

MEDIEN

GND
Mayr,
Weiterführende Literatur (OBVSG)

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