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Mayrhofer, Mayrhofer, Robert Maria Franz Rudolf
* 1863-05-2222.5.1863 Gmunden/OÖ, † 1935-03-055.3.1935 Salzburg. Musikpädagoge, Chorleiter, Komponist, Musikschriftsteller. Der Sohn eines späteren Notars hatte Herbst 1884 in Wien ein Jus-Studium begonnen und besuchte 1886/87 auch eine musikwissenschaftliche Vorlesung bei E. Hanslick. Danach lebte er als Musikpädagoge, Komponist und Chorleiter (des MGV „Liederfreunde“ und des Hutmachergesangvereines) in Wien. Wo er seine musikalische Ausbildung erlangt hatte, ist nicht bekannt, möglicherweise am Mozarteum in Salzburg und/oder an der Msch. Kaiser. 1896 erschien im Selbstverlag des Autors (Wien II, Praterstraße 32) M.’s Clavierschlüssel, eine Broschüre, in der eine vereinfachte „enharmonische“ Notenschrift (Notation) ohne Vorzeichen vorgestellt wird. M. gehört zu jenen zahlreichen „Reformern“, die eine Reduzierung der Notenzeichen auf zwölf – entsprechend den Tasten des Klaviers innerhalb einer Oktave – anstrebten. Da die chromatischen Töne cis/des, dis/es usw. auf ein- und derselben Taste zu spielen sind, werden sie bei M. als ein Ton mit zwei Namen aufgefasst. Benachbarte Töne der chromatischen Tonleiter werden abwechselnd mit vollen und hohlen Notenköpfen geschrieben, von denen je ein voller und ein hohler Notenkopf auf demselben Platz im Liniensystem stehen. Die Töne c, d, e, fis/ges, gis/as, und ais/b werden mit vollen Notenköpfen, die Töne cis/des, dis/es, f, g, a und h mit hohlen Noten geschrieben. Da ein hohler Notenkopf mit Hals als Viertelnote zu lesen ist, erhält die halbe Note einen u-förmig gebogenen Notenhals. Das Liniensystem verwendet durchgezogene waagrechte Linien nur für die Töne ais/b (volle Notenköpfe) bzw. h (leere Notenköpfe). Zwei solcher Linien stehen im weiten Abstand und bieten mit dazwischen eingeschobenen zwei Hilfslinien Platz für weitere fünf Tonorte mit je zwei chromatisch nebeneinanderliegenden Tönen. Dieses Zwei-Linien-System reicht also für die Töne innerhalb einer Oktave, drei Linien umfassen den Raum für zwei Oktaven. Die Oktavlagen werden durch zusätzliche Zeichen angegeben (s. Abb.). In der Folge hielt M. ab 1896 mehrere einschlägige Vorträge in der MSch. Kaiser, wo er vermutlich als Klavierpädagoge tätig war. 1900 offerierte er dort einen kostenlosen Klavierkurs auf Basis seiner neuen Notenschrift. 1904 trat er im Rahmen einer Wohltätigkeitsakademie auch als Kontrabassist an die Öffentlichkeit. Bis etwa 1906 lebte er in Wien, danach ging er als Musikschriftsteller nach Brixen und veröffentlichte mehrere Bücher über die theoretische Begründung der Gesetze der Harmonik sowie Ästhetik, die er auch in österreichweiten Vorträgen, u. a. unterstützt durch M. Auer, zu vermitteln suchte. Nach Kriegsende übersiedelte M. nach Salzburg, wo er in bescheidenen Verhältnissen als Privatlehrer tätig war.
Werke
Orchesterwerke (Symphonische Dichtung Morgentraum, Pastoral-Phantasie, Dramatische Phantasie); Chöre (In Balders Heim).
Schriften
R. M. Mayrhofer’s „Clavierschlüssel“ 1896; Psychologie des Klanges und die daraus hervorgehende theoretisch-praktische Harmonielehre, nebst den Grundlagen der klanglichen Ästhetik 1907; Die organische Harmonielehre 1908; Der Kunstklang, Bd. 1: Das Problem der Durdiatonik 1910; Zur Theorie des Schönen 1911.
Literatur
J. H. Wetzel in [Kgr.-Ber.] Kongress für Ästhetik und allgemeine Kunstwissenschaft Berlin 1913, hg. v. Ortsausschuss 1914; Müller-Asow 1929; F-A 1936; Riemann 1961; K. Schnürl in W. Jauk et al. (Hg.), [Fs.] R. Flotzinger 1999; [Linzer] Tages-Post 29.12.1892, 4, 16.5.1911, 6; Das Vaterland 21.3.1900, 6; Dt. Volksbl. (Abend-Ausgabe) 22.4.1897, 3; Arbeiter-Ztg. 25.9.1900, 5; Neues Wr. Tagbl. 16.1.1904, 11; Innsbrucker Nachrichten 22.6.1908, 7; Salzburger Volksbl. 26.7.1910, 6, 25.4.1911, 6, 19.4.1934, 6, 8.3.1935, 5; Linzer Volksbl. 13.5.1911, 5; Salzburger Chronik für Stadt und Land 14.12.1926, 6, 16.5.1931, 8; Salzburger Wacht 27.10.1932, 6; Taufbuch der Pfarre Gmunden 1863, fol. 323; Mitt. Archiv Univ. Wien (10/2017); www.demos.ac.at (10/2017); eigene Recherchen (Jahresberichte des Konservatoriums der GdM; Jahresberichte der Int. Stiftung Mozarteum; www.anno.onb.ac.at).

Autor(en)
Karl Schnürl †
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Karl Schnürl †/Monika Kornberger, Art. „Mayrhofer, Robert Maria Franz Rudolf‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 24/10/2018]