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Mediamorphose
Umfassende und unumkehrbare Veränderungen des Kulturschaffens unter dem Einfluss jeweils historisch neuer Kommunikationstechnologien. Der Begriff wurde um 1990 erstmals von K. Blaukopf verwendet, um den umfassenden Wandel (Metamorphose) der Musik durch die elektronischen Medien (Rundfunk, Schallplatte, Fernsehen etc.) zu erfassen. Alfred Smudits weitete den Begriff auf sämtliche Sparten des Kulturschaffens aus und identifizierte zusätzliche historische bzw. aktuelle Entwicklungsstufen: die erste graphische M. (mit der Erfindung der Schrift bzw. der Notenschrift [Notationen]); die zweite graphische M. (mit der Erfindung des Buchdrucks bzw. des Notendrucks); die erste technische, die chemisch-mechanische M. (mit der Erfindung von Photographie und Grammophon); die zweite technische, die elektronische M. (mit der Erfindung von elektronischer Signalaufzeichnung und -übertragung: Radio, Fernsehen, Mikrophon, Tonband etc.); die dritte technische, die digitale M. (mit der Erfindung des Computers: CD, Internet, MP3 etc.).

Im Rahmen einer M. vollzieht sich eine Umstrukturierung des gesamten Musiklebens, von der Kreation über die Produktion und die Verbreitung bis hin zur Rezeption, betroffen sind ökonomische (Musikindustrie), organisatorische, berufsbezogene (Musiker), rechtliche, politische, soziale, ideologische und nicht zuletzt ästhetische Faktoren.


Literatur
K. Blaukopf, Beethovens Erben in der M. 1989; A. Smudits, M.n des Kulturschaffens 2003.

Autor(en)
Alfred Smudits
Empfohlene Zitierweise
Alfred Smudits, Art. „Mediamorphose‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]