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Mertz,
Ehepaar
Caspar Joseph [nicht Johann]:
* 17.8.1806 Pressburg (Bratislava),
† 14.10.1856 Wien.
Gitarrist, Komponist.
Schon früh Gitarre- und Flötenunterricht, war M. bereits im Alter von 12 Jahren als Gitarre- und Flötenlehrer in Pressburg tätig. Als Mitglied des Preßburger Kirchenmusikvereins trat er nach 1833 regelmäßig in den Vereinsakademien auf. 1840 erschienen bei T. Haslinger M.’ erste Kompositionen, im gleichen Jahr erzielte er bei seinem ersten Auftreten im Wiener Hofburgtheater großen Erfolg. Konzertreisen nach Mähren, Schlesien, Polen sowie Deutschland folgten. In Dresden lernte er 1842 seine spätere Frau kennen und begann mit ihr gemeinsam aufzutreten. 1843 ließ er sich als Musikpädagoge in Wien nieder und erteilte Gitarre- und Mandolineunterricht. 1848 für kurze Zeit in Brünn, um der Rekrutierung zu entgehen. Nach 1848 nahm M.’ Konzerttätigkeit ab – die Gitarre hatte zunehmend an Publikumsinteresse verloren. 1854 spielte er in Salzburg u. a. vor dem Kg. Ludwig v. Bayern. 1856 konzertierte er während eines Erholungsaufenthaltes in Grein a. d. Donau/OÖ, zog sich auf der Rückreise nach Wien eine schwere Erkältung zu, deren Folgen er erlag. M. gilt als einer der letzten Vertreter des Wiener Gitarren-Virtuosentums, seine gedruckten Werke (v. a. Opernfantasien und technisch anspruchslose Originalstücke) entsprechen dem Zeitgeschmack des Biedermeier. Seine ungedruckten, für den eigenen Konzertgebrauch komponierten und ungleich anspruchsvolleren Werke („Wenn die Verleger diese sähen, würden sie sagen, sie wären zu schwierig, und ich müßte sie umändern. Das würde die Kompositionen verderben.“ [zit. n. Stempnik]) erfuhren in den vergangenen Jahren eine Wiederentdeckung.P: 1. Preis (Komposition) des Makarov-Gitarrenwettbewerbes Brüssel 1856 für sein Concertino für Git. solo.
W: für Git. solo (Vaterlands-Blüthen op. 1Le Carneval de Venise op. 6; Opern-Revue op. 8; Erinnerung an Ischl, VI Ländler op. 12; Bardenklänge op. 13/II¬–15, 3 Morceaux op. 65 posth.), Liedtranskriptionen u. a. von Liedern Fr. Schuberts; Lehrwerk Schule für die Guitare [!] (1848); gem. m. J. M. mehrere Duos für Git. und Kl.; für Zither (Frische Berglüfterln aus Steyermark, Kärnthen und Tyrol op. 61).
Josephine (geb. Plantin): * 1820 Wien, † 5.8.1903 Wien. Pianistin, Komponistin. Auf einer Konzerttournee durch die Steiermark, Kärnten, Böhmen und Sachsen lernte sie 1842 in Dresden ihren späteren Mann C. M. kennen. Nach gemeinsamen Konzerttourneen gingen sie 1843 nach Wien, wo J. M. v. a. als Pädagogin (Gesang, Klavier) arbeitete und gelegentlich mit ihrem Mann konzertierte. Ab etwa 1852 betätigte sie sich auch kompositorisch. W: Klavierkompositionen (2 Mazurkas, op. 5 [1853]; Polka des Gnômes [1869]); gem. m. C. M.: mehrere Duos für Git. u. Kl. (ab 1852).
Schr: Johann Kaspar M. in Der Guitarrefreund H. 12 (1901) u. H. 1 (1902) [Titel mit falschem Vornamen von der Redaktion].
Lit: A. Stempnik,
C. J. M.: Leben und Werk des letzten Gitarristen im österr. Biedermeier
1990; Zuth 1926; ÖBL 6 (1975); Wurzbach 17 (1867).
MK
[ Zuletzt aktualisiert: 2010/08/11 12:53:36 ]
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