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Metastasio Metastasio true (eig. Trapassi), Pietro Antonio Domenico Bonaventura
* 1698 -01-033.1.1698 Rom, † 1782 -04-1212.4.1782 Wien. Universalgelehrter und Literat. Erzogen durch den Gelehrten Gian Vincenzo Gravina, erhielt M. eine umfassende Bildung und wuchs in die Kreise der römischen Accademie hinein. Mit 14 Jahren schrieb er seine erste Tragödie (Giustino) und verwendete bereits den Künstlernamen „M.“ (die gräzisierte Form seines Familiennamens). Obwohl er mit 16/17 Jahren die niederen Weihen erhielt, verfolgte er die geistliche Laufbahn nicht weiter, sondern ging nach dem Tod Gravinas 1718 nach Neapel, um sich dem Theater bzw. der höfischen Dichtkunst zu widmen (parallel dazu Kompositions- und Gesangsunterricht bei N. Porpora); erste Kontakte zum Kaiserhof durch die Familie Pignatelli. 1730 wurde M. als Nachfolger für A. Zeno an den Kaiserhof nach Wien berufen, da seine Libretti und seine Dramentheorie als Fortsetzung der Opernreform Zenos anzusehen waren. M. blieb mehr als 50 Jahre als poeta cesareo für den Hof tätig (Karl VI., Maria Theresia) und schuf in dieser Funktion nicht nur panegyrische Texte zur Verherrlichung seiner Dienstherren, sondern auch (v. a. in Kooperation mit A. Caldara) eine Reihe an Texten, die, zw. 1720/1835 von mehr als 400 Komponisten vertont, die Opernbühnen Europas dominierten bzw. in ihrer klassischen Anlage (getragen auch von den Prinzipien der römischen Arcadia, der M. angehörte) Normen für alle anderen Librettisten und (höfischen) Dichter aufstellten. M. führte einen umfangreichen Briefwechsel mit bekannten Persönlichkeiten der damaligen Welt.
Werke
27 Opernlibretti (Alessandro nell’Indie, Catone in Utica, Demofoonte, Ezio, La clemenza di Tito, Semiramide riconosciuta), 8 Oratorien (Betulia liberata, La passione di Gesù Cristo), 37 Kantaten, zahlreiche andere Gelegenheitsdichtungen, Sonette, Programme (u. a. für das Deckenfresko im Festsaal der ÖAW).
Literatur
NGroveD 16 (2001); NGroveDO 3 (1992); MGG 9 (1961); Czeike 4 (1995); A. Sommer-Mathis/E. Th. Hilscher (Hg.), P. M. Uomo universale (1698–1782), 2000; M. Valente/E. Kanduth (Hg.), La tradizione classica nelle arti del XVIII secolo e la fortuna di M. a Vienna 2003.

Autor(en)
Elisabeth Th. Hilscher
Empfohlene Zitierweise
Elisabeth Th. Hilscher, Art. „Metastasio (eig. Trapassi), Pietro Antonio Domenico Bonaventura‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]