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Mönch von SalzburgMönch von Salzburg
* --?, † --?. Minnesänger. Hinter diesem Pseud. verbirgt sich ein prominenter, namentlich nicht bekannter Angehöriger des prunkvollen Hofs des Salzburger Erzbischofs Pilgrim II. v. Puchheim (1365–96). Dieser war ein Diplomat von europäischem Format, der im großen abendländischen Schisma zwischen Kg. Wenzel v. Böhmen und dem Gegenpapst Clemens v. Avignon zu vermitteln versuchte. Prag und Avignon/F waren bedeutende Kulturzentren des 14. Jh.s. Der Dichter und Komponist kannte sie und hat in seinen weltlichen Lieder die Mehrstimmigkeit in die deutsche Lyrik (Minnesang) eingeführt. Er schuf 49 geistliche Lieder, auf Maria (20) und für das ganze Kirchenjahr, z. T. auch als Übersetzungen lateinischer Hymnen und Sequenzen; ferner 57 weltliche Lieder aller Gattungen der spätmittelalterlichen Lyrik (Tagelieder, Liebesbriefe, Neujahrslieder, Lieder gegen die bösen Zungen bei Hof, Pastourellen, ein Falkenlied, Blumenlieder, also Liebeslieder jeder Art, ferner Trinklieder mit dem ersten dreistimmigen Kanon in deutscher Sprache). Das Lied Josef, lieber Josef mein ist heute noch lebendig.
Literatur
MGÖ 1 (1995); F. V. Spechtler, Die geistlichen Lieder des M.s v. Salzburg 1972; Ch. März, Die weltlichen Lieder des M.s v. Salzburg 1999; F. V. Spechtler in A. Schwob (Hg.), Entstehung und Typen mittelalterlicher Lyrikhandschriften 2001.

Autor(en)
Franz Viktor Spechtler
Empfohlene Zitierweise
Franz Viktor Spechtler, Art. „Mönch von Salzburg‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]