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Monetarius Monetarius true (Münzer), Stephan
* --2. Hälfte 15. Jh. Kremnitz/Zips (Kremnica/SK), † --nach 1515 (Ort?). Musiktheoretiker. Der Sohn des Kremnitzer Stadtrichters Johannes M. studierte 1494 in Krakau, wo er vermutlich auch Matthias v. Szyklów hörte, lebte nach eigener Aussage dann einige Zeit als Musiklehrer an der Univ. Wien. Seine zweiteilige, für Musiker und Studenten bestimmte Einführung in Choral und Mensuralmusik ist Georg Thurson (aus der ungarischen Magnatenfamilie) gewidmet und 1515 in Krakau bei Florian Ungler erschienen. Sie basiert v. a. auf Franchino Gaffurius’ Practica musicae, nach der M. vermutlich auch die weiteren Autoren (von Boethius, Isidorus Hispalensis und Guido v. Arezzo bis Johannes Tinctoris und Jacobus Faber Stapulensis) zitiert. M. sagt ausdrücklich, dass sein Werk nicht den gesamten zu seiner Zeit an der Univ. Wien vorgetragenen Stoff enthalte. Ob aus dem Druckort Krakau auf eine Rückkehr dorthin geschlossen werden darf, ist fraglich. Eine angekündigte weitere Schrift, in der er Kontrapunkt und Lautentabulatur abhandeln wollte, ist offenbar nicht erschienen. Auch das angebliche Nebeneinander von M., H. Grammateus, V. Philomates und S. de Quercu an der Univ. Wien, die von ihnen vertretenen nicht gänzlich deckungsgleichen Inhalte und die allfällige Rolle des noch jungen Buch- und Verlagswesens sind (2004) noch nicht geklärt.
Schriften
Epithoma utriusque musices practice (Krakau 1515; Facs.: Monumenta musicae in Polonia. Bibl. antiqua 1 [1975]).
Literatur
NGroveD 16 (2001); MGG 9 (1961); R. Rybarič, St. M. a jeho hudobná teória 1960; E. Witkowska-Zaremba, Ars musica w krakowskich traktatach muzycznych XVI wieku 1986; O. Wessely in ME 7 (1953/54).

Autor(en)
Rudolf Flotzinger
Empfohlene Zitierweise
Rudolf Flotzinger, Art. „Monetarius (Münzer), Stephan‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]