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MonnMonnMatthias Georg (Mann), Brüder
Matthias Georg Johann: * 1717 -04-099.4.1717 Wien, † 1750 -10-033.10.1750 Wien. Komponist. Sohn des Lehenkutschers Jakob M. und der Katharina, geb. Päsching. Der Taufname Johann wurde in Matthias umgewandelt, vermutlich um Verwechslungen mit seinem jüngeren Bruder auszuschließen. 1731/32 diente er als Sängerknabe in Klosterneuburg, frühestens ab 1738 war er als erster Organist der neuerbauten Karlskirche in Wien tätig. Neben G. Ch. Wagenseil und J. G. Zechner gilt M. als einer der führenden Vertreter des vorklassischen Stils, der insbesondere in seinen Symphonien als auch Solokonzerten Wesentliches für die Entwicklung dieser Gattung geleistet hat. Bei ihm findet sich erstmals eine viersätzige Symphonie mit einem Menuett als 3. Satz (1740). Mit seinem Violinkonzert (1747) gehört er nach J. F. Timmer zu den frühesten Schöpfern von Violinkonzerten auf österreichischem Boden.
Werke
Eine Trennung der Werke von denen seines Bruders wird durch die oft falschen oder fehlenden Angaben des Vornamens erschwert. Derzeitiger Stand (2004) sind 7 Messen (s. Abb.; davon 2 zweifelhaft), kleinere Kirchenmusikwerke (Magnificat, Fuga cum sancto spiritu, Motetto de Tempore et Venerabili, 2 dt. Marienlieder), 16 Symphonien, 10 Klavierkonzerte (das Cembalo-Konzert in D-Dur wurde von A. Schönberg zu einem Violoncellokonzert mit Orch. umgearbeitet), Violinkonzert, Violoncellokonzert, Kammermusik (Streichquartette, Triopartiten, Divertimenti etc.), div. Klaviermusik (21 Sonaten, 4 Menuette, 6 Präludien u. Fugen, Partita, 4 Adagios und Fugen etc.). Sowohl M. G. als auch J. Ch. zugeschrieben: 2 Symphonien, 3 Klavierkonzerte und mehrere Divertimenti.
Schriften
Theorie des Generalbasses in Beispielen [Ms., ohne Erklärung)]


Johann Christoph: * 1726 (Ort?), † 24.6.1782 Wien. Komponist. Jüngerer Sohn des Jakob M. 1750 ist er als Musiklehrer beim Grafen Leopold Ferdinand? Kinsky in Prag nachweisbar, ab 1766 als Klavierlehrer in Wien, wo er vollkommen verarmt starb. Von seinen Kompositionen ist die „gefällige Klaviermusik“ am bekanntesten, in der er sogar seinen Bruder an Virtuosität und Vielfalt übertraf.


Werke
9 Symphonien, 5 Divertimenti, Klaviermusik (15 Sonaten, 20 Menuette und Trio, Ballo per il Cembalo).
Literatur
NGroveD 16 (2001) [mit WV]; MGG 9 (1961); K. E. Rudolf, The Symphonies of G. M. M. (1717–1750), Diss. Washington 1982 [mit WV]; K. E. Rudolf (Hg.) in The Symphony 1720–1840, B/1 (1985) [mit thematischem Kat. der Symphonien]; W. Fischer (Hg.), M. G. M., fünf Sinfonien und zwei Konzerte. J. Ch. M., Divertimento, DTÖ 39 (1912) [mit unvollständigem thematischem Kat. der Instrumentalwerke); Ch. H. Lemons, The keyboard concertos of G. M. M., Diss. Northwestern Univ. 1991; C. Pollack, Viennese solo keyboard music, 1740–1770: A study in the evolution of the classical style, Diss. Brandeis Univ. 1983; S. Gokcen, A study of the concerto for violoncello and orchestra in D major after the concerto for harpsichord by G. M. M., freely adapted by A. Schoenberg, Diss. Juilliard School New York 1988; W. Bosch, The fourteen cembalo sonatas of M. G. M., Dipl.arb. Univ. of Port Elisabeth/ZA 1988.

Autor(en)
Ingrid Schubert
Empfohlene Zitierweise
Ingrid Schubert, Art. „Monn (Mann), Brüder‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]