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Morelly Morelly Johann Friedrich: (Morelli, Moreli), Familie
Johann Friedrich: * --1771 Brieg/Preußisch Schlesien (Brzeg/PL), † 1814-09-1717.9.1814 Neustift (Wien VII). Musiker. Er heiratete 1799 in der Alservorstadtkirche (Wien VIII) Barbara Hinlein (Hennlein), die 1828 Taufpatin einer Tochter von J. Scholl war.

Seine Söhne

Andreas Franz: * 4.10.1809 St. Ulrich (Wien VII), † 17.1.1859 Bombay (Mumbai)/IND. Violinist, Kapellmeister, Komponist. Er soll zunächst mit J. Lanner gespielt haben, 1829 gründete er eine eigene Kapelle, mit der er in den 1830er Jahren auch beim Sperl und im Café Dommayer auftrat; in dieser Zeit konnte er sich als Tanzkomponist neben J. Strauß (Vater) und J. Lanner behaupten (1830 erschien sein Opus 1 bei A. Diabelli). Ca. 1833, zum Zeitpunkt seiner Verehelichung, war er Kapellmeister eines bürgerlichen Scharfschützen-Corps. Im Herbst 1837 wechselte M. zur Militärmusik und war bis 1840? Kapellmeister beim Husaren-Regiment Nr. 3 in Gengeß (Gyöngyös/H). Anfang 1841 reiste er von Wien über London nach Ostindien, wo er 1841/42 den Posten eines Kapellmeisters des Lord-Gouverneurs in Madras (Chennai)/IND innehatte. Angeblich auf Drängen seiner Frau kehrte er nach Österreich zurück, wirkte aber 1843–54 v. a. in Pest als (Tanz-)Kapellmeister, 1850 erstmals nach vielen Jahren wieder in Wien. 1854 reiste er neuerlich nach Indien, es folgte seine Ernennung zum General-Musikdirektor der Ostindien-Kompagnie. Die Pester Musikkapelle übergab er seinem Bruder Karl.


Werke
Tänze (Walzer, Polkas, Quadrillen).


Ludwig (I): * 21.8.1812 Altlerchenfeld (Wien VII), † 28.7.1868 Wien. Kapellmeister, Komponist. Über seine Anfänge ist wenig bekannt, 1832 erschien sein Opus 1, ebenfalls bei A. Diabelli. Im selben Jahr hatte er bereits eine eigene Kapelle, bei einem Ballfest im Sommer 1832 wirkte auch F. M. mit seinem Orchester mit. Bei seiner Verehelichung 1834 wird er als „besteuerter Musickdirecktor“ bezeichnet. Bis zu seinem Tod war L. M. als Kapellmeister und Tanzmusikkomponist sehr erfolgreich und beliebt, u. a. fand jährlich der beliebte M.-Ball statt. An seinem Begräbnis nahmen alle drei Brüder Strauß teil.


Werke
Tanzmusik aller Art.


Karl * 4.10.1814 St. Ulrich, † nach 1873 (Ort?). Musiker, Kapellmeister, Komponist. Er ist Anfang 1837 erstmals als Kapellmeister in Wien greifbar und dürfte Ende des Jahres die Kapelle seines Bruders F. M. übernommen haben. 1838 trat er auch in Pressburg auf, in den 1840er Jahren lebte und wirkte er in Wien, wobei er nicht so erfolgreich war wie sein Bruder L. 1854 übernahm er jedoch die Kapelle seines Bruders F. in Pest, bis er 1858 zur Militärmusik ging. In der Folge ist er als Kapellmeister des IR.s Nr. 9 (1858–60) und des Carlstädter (Karlovac/HR) Grenz-IR.s Nr. 2 (1865–73) belegt. Möglicherweise war er dann noch Kpm. des IR.s Nr. 64 in Siebenbürgen.


Werke
Walzer, Polkas, 64er Regimentsmarsch.


Ludwigs (I) Sohn

Ludwig (II): * 14.4.1843 Mariahilf (Wien VI), † nach 1873 (Ort?). Flötist. War 1860–70 Militärmusiker, musste jedoch seine Flötistenkarriere aufgrund eines Brustleidens beenden. Danach arbeitete er als Korrektor bei einem Drucker. 1873 war er Paukist im anlässlich der Wiener Weltausstellung 1873 neu eröffneten Etablissement Vauxhall im Prater. Er wurde mehrmals wegen Diebstahls verurteilt.

Unklar ist, um wen es sich bei dem im Oktober 1841 genannten Violoncellisten Franz M. handelt, der im Theater an der Wien spielte und an der MSch. von F. X. Glöggl (II) unterrichtete.


Gedenkstätten
M.gasse (Wien XXI, Donaufeld).
Literatur
ÖBL 6 (1975); Czeike 4 (1995); Wurzbach 19 (1868); Wr. Ztg. 10.3.1859; Amtsbl. Stadt Wien 24.1.1959; I. L. Mendelsohn, Zur Entwicklung des dt. Gesellschaftsstanzes von 1750 bis 1850, Diss. Wien 1925, 126f; F. Rathner, Die bewaffnete Macht Österreich-Ungarns 1618–1918 in ihren Märschen 1983, Bd. 1, 98 u. 145, Bd. 3, 41; Brixel/Martin/Pils 1982; Wr. Ztg. 20.1.1830, 76, 17.2.1830, 190, 31.3.1832, 306, 6.2.1837, 182, 24.10.1837, 1374, 18.11.1837, 1506, 28.4.1838, 622, 11.9.1840, 1738, 2.10.1841, 2005, 10.3.1859, 1099; Allgemeine Theaterztg. u. Originalbl. f. Kunst, Literatur u. geselliges Leben 16.12.1830, 615, 30.7.1831, 372; Der Wanderer 20.7.1832, 4, 4.1.1843, 11, 7.7.1843, 637; Der Österr. Zuschauer 8.11.1837, 1358; Preßburger Ztg. 4.9.1838, 695; Der Adler 23.6.1840, 1133; Der Humorist 30.12.1840, 1073, 22.2.1841, 155, 21.11.1842, 933, 4.1.1843, 12; Grazer Ztg. 10.3.1842, 4, 4.7.1843, 4; Österr. Morgenbl. 25.9.1837, 478, 12.12.1842, 602; Die Presse 1.3.1859, 4; Fremden-Bl. 13.1.1850, 2, 27.1.1850, 4, 2.3.1859, 6, 15.1.1864, 9, 31.7.1868, 5, 1.8.1868, 16; Neuigkeiten 25.9.1854, 3; Pesth-Ofner Localbl. 26.9.1854, 2; Morgen-Post 8.3.1859, 2; NFP 29.7.1868, Abendbl. 1, 30.7.1868, 5, 20.3.1872, 9, 30.8.1873, 7; Neues Fremden-Bl. 25.11.1868, Morgenbl. [13]; Die Presse 30.8.1873, 9; Amtsbl. Stadt Wien 24.1.1959; Trauungsbuch 1791–1801 der Alservorstadtpfarre (Wien VIII), pag. 404f; Taufbuch 1807–09 der Pfarre St. Ulrich (Wien VII), fol. 325; Taufbuch 1810–14 der Pfarre St. Ulrich, fol. 358; Taufbuch 1810–20 der Pfarre Altlerchenfeld (Wien VII), fol. 67; Sterbebuch 1814–20 der Pfarre St. Ulrich, fol. 47; Trauungsbuch 1824–34 der Pfarre St. Josef zu Margareten (Wien V), fol. 267; Trauungsbuch 1827–36 der Schottenpfarre (Wien I), fol. 153; Trauungsbuch 1839–43 der Pfarre Reindorf (Wien XV), fol. 86; Taufbuch 1841–45 der Pfarre Mariahilf (Wien VI), fol. 265; Slg. Moißl; WStLA (Biographische Slg.; Lehmann-Adressbücher 1861–69; TBP 1814 u. 1868); eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at, 6/2018).

Autor(en)
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Art. „Morelly (Morelli, Moreli), Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 24/10/2018]