Nägeli, Hans (Johann) Georg
* 26.5.1773 Wetzikon bei Zürich/CH, † 26.12.1836 Zürich. Komponist, Verleger, Musikschriftsteller. Der Sohn eines Pfarrers zeigte bereits im Kleinkindalter große musikalische Begabung und übersiedelte 1790 nach Zürich, wo er sich ganz der Musik widmete. Er studierte bei Johann David Brünings und befasste sich mit den Werken Immanuel Kants. 1791 eröffnete er eine Musikalienhandlung, drei Jahre später wurde diese zu einem erfolgreichen Verlag erweitert. 1805 gründete N. das Zürcher Singinstitut, dem er 1810 einen Männerchor angliederte (Männergesang). 1809 Mitglied der Schweizerischen Musikgesellschaft und Gesangslehrer an der Zürcher Bürgerschule. In den 1820er Jahren unternahm er ausgedehnte Studien-, Geschäfts- und Vortragsreisen nach Deutschland und Frankreich. Als enger Freund Heinrich Pestalozzis und Anhänger von dessen Lehren trat er für eine verstärkte musikalische Volksbildung ein (v. a. durch Gesang) und verfasste Schriften zur allgemeinen Pädagogik. N.s. Sohn Hermann (* 15.4.1811 Zürich, † 20.2.1872 Zürich) war als Verleger sowie Pianist tätig und komponierte Chöre und Lieder.
P: Ehrendoktorat der Univ. Bonn/D 1833.
W: Lieder (Als wir jüngst in Regensburg waren), Chöre für gemischten Chor und für Männerchor (Der schweizerische Männergesang 1833–42 [6 Slg.en à 15 Chöre]), Messen, Kammermusik, Klavierstücke; Lieder- u. Kirchengesangbücher.
Schr: Gesangbildungslehre nach Pestalozzischen Grundsätzen 1810; Vorlesungen über Musik 1826; zahlreiche weitere theoretische Abhandlungen u. Lehrwerke; Gedichte.
Lit: NGroveD 17 (2001); MGG 9 (1961) [mit WV]; Riemann 1961 u. 1975; Mendel-R. 7 (1877); EitnerQ 7 (1902); F-A 1936; MGÖ 2 (1995).


ChF  
[ Zuletzt aktualisiert: 2010/10/11 13:23:07 ]

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Quelle: Österreichisches Musiklexikon, Kommission für Musikforschung
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