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Neidhart,Neidhart,true gen. von Reuental
* --vor 1200 (Ort?), † --ca. 1250 (Ort?). Minnesänger. Über N. gibt es keine urkundlichen Nachrichten. Geboren wurde er wohl vor 1200, da ihn Wolfram v. Eschenbach um 1215 im Willehalm (312,12) bereits als Dichter anführt. Sowohl „N.“ als auch „Reuental“ könnten als Metaphern aufgefasst werden. Dem Inhalt seiner Lieder zufolge lebte er zunächst in Bayern, vielleicht am Hofe der Wittelsbacher zu Landshut/D, und nahm am 5. Kreuzzug (vermutlich 1217) teil. Danach hielt er sich am Hofe des Babenbergerhzg.s Friedrich II. (1230–46) auf. Nach dem Ableben Friedrichs des Streitbaren 1246 verlieren sich auch die Lebensspuren des Minnesängers. Seine Lyrik (Minnesang) wird nach inhaltlichen Kriterien in Winter- und Sommerlieder geteilt. Häufige Themen sind der bäuerliche Alltag aus der Sicht des Ritters, der Tanz im Dorf und andere Vergnügungen der Jugend, der Konflikt des adeligen Sängers mit den Bauern um die Gunst der Bauernmädchen usw.; oft werden Orts- und Flussnamen aus dem heutigen Niederösterreich angeführt.

Seine Lieder sind ab ca. 1280 (der ältesten N.-Sammlung, der Riedegger Handschrift R) in 22 Handschriften und drei Frühdrucken (N. Fuchs) überliefert. Fünf Handschriften enthalten zusammen 55 Melodien, von denen 13 zweifach bezeugt sind. Die Rezeption der Lieder in Wort und Bild reichte bis ins 17. Jh. und erstreckte sich über den gesamten deutschen Sprachraum.


Werke
NA: Lieder N.s, hg. v. M. Haupt, 2. Aufl. neu bearb. v. E. Wiessner 1923; Die Lieder N.s, hg. v. E. Wießner, fortgeführt v. H. Fischer, 5. verbesserte Aufl. rev. v. P. Sappler. Mit einem Melodienanhang von H. Lomnitzer 1999; S. Beyschlag, Die Lieder N.s. Der Textbestand der Pergamenthss. und die Melodien. Text und Übertragung, Einführung und Worterklärungen. Konkordanz. Edition der Melodien v. H. Brunner 1975; DTÖ 71 (1930).
Literatur
Verfasserlex. 6 (1987); Czeike 4 (1995); E. u. H. Wenzel in J. Spicker et al. (Hg.), [Fs.] H. Tervooren 2000.

Autor(en)
Gertrud Blaschitz
Empfohlene Zitierweise
Gertrud Blaschitz, Art. „Neidhart, gen. von Reuental‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 18/05/2017]

MEDIEN
 Cod. Pal. germ. 848
		Große Heidelberger Liederhandschrift (Codex Manesse), Zürich, ca. 1300 bis ca. 1340 © http://digi.ub.uni-heidelberg.de
Cod. Pal. germ. 848 Große Heidelberger Liederhandschrift (Codex Manesse), Zürich, ca. 1300 bis ca. 1340

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Neidhart,
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