Neri (Negri), Familie
Orazio: * vor 1583 Castagnaro?/I, † 10.5.1609 Verona/I. Geistlicher, Sänger. Nach einer Ausbildung am Dom zu Verona, wo er als Sänger und ab 1588 auch als Priester und Kanoniker tätig war, wirkte er 1586–94 als Sänger und Kaplan am herzoglichen Hof in München. 1588/89 und ab 1595 wieder in Verona. Seine Neffen
(Gian/Giovanni) Giacomo: * ca. 1592 Verona?, † nach 1646 Verona?. Musiker. Erhielt ersten Musikunterricht vom Onkel und sang als Chorknabe am Dom zu Verona. Ab 1609 war er Sänger bzw. Kapellmeister an verschiedenen deutschen Höfen in München, Bonn, Neuburg an der Donau und Düsseldorf. Er war mit Caterina Hennes verheiratet, die Unterricht im Cembalospiel gab.
P: Ritterstand 1628; Freiherrenstand.


Giuseppe: * 15.1.1596 Verona, † 9.12.1676 Bonn. Geistlicher, Sänger, Kapellmeister. Nach Ausbildung und Tätigkeit am Dom zu Verona ging er ebenfalls nach Deutschland, wo er 1617 anlässlich seiner Vermählung erstmals erwähnt wird. Nach dem frühen Tod seiner Frau erhielt er 1625 die Priesterweihe, vermutlich seit 1619 war er Sänger in der Bonner Hofkapelle. 1629 Vizekapellmeister, bei seinem Tod erscheint er dann als Hofkapellmeister. Als Gründer der Bruderschaft Maria-Seelenhülf an St. Martin zu Bonn gab er für diese ein Andachtsbuch heraus.
W: Motetti di Gioseffo Negri a 1.2.3. [voci] (Venedig vor 1621); Madrigali ed Arie musicali a più voci (Venedig 1622).
Schr: Scintilla purgatorii (Köln 1649).


Giacomos Sohn Massimiliano: * ca. 1618 Bonn?, † zw. 1670/76 Bonn oder Köln/D. Organist und Komponist. Kam vermutlich spätestens 1627 nach Venedig und bekleidete hier ab 1644 verschiedene Organistenämter. 1651 kurz in Wien (überreichte hier Ferdinand III. eine seiner Kompositionen) und ab 1655 Musikmeister am Ospedaletto in Venedig. Nach einem kurzen Aufenthalt in München wurde er 1664 kurkölnischer Hoforganist und 1. Kapellmeister. Er selbst bezeichnete sich auch als Akademiker bei den Erranti in Brescia/I.
P: Adelserhebung 1651.
W: Kammer- u. Kirchensonaten, Motetten.
Lit: NGroveD 17 (2001); MGG 9 (1961) u. 12 (2004); Riemann 1961 u. 1975; EitnerQ 7 (1902) [Negri, Neri]; MGÖ 1 (1995); www.bmlo.uni-muenchen.de (8/2010).


ChF  
[ Zuletzt aktualisiert: 2012/02/27 14:07:58 ]

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Quelle: Österreichisches Musiklexikon, Kommission für Musikforschung
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