Nick, Edmund Josef
* 22. [LdM: 2.] 9.1891 Reichenberg/Böhmen (Liberec/CZ), † 11.4.1974 Geretsried/D. Komponist, Pianist, Musikschriftsteller. Ab 1910 Jusstudium an den Univ.en Wien und 1913–15 Graz (hier 1918 Dr. jur.), besuchte zunächst die Wiener MAkad., 1912/13 das Dresdner Konservatorium. 1919–23 Konzertbegleiter (auch seiner Frau, der Konzertsängerin Kaete Jaenicke), Pädagoge, Kritiker, ab 1921 Theaterkapellmeister in Breslau (Wrocław/PL), ab 1924 musikalischer Leiter des Schlesischen Rundfunks, 1929 stellvertretender Intendant, 1933 entlassen, 1933–35 Mitwirkung im Berliner Kabarett Katakombe, 1936–40 musikalischer Leiter am Großen Schauspielhaus (Theater des Volkes), 1940 entlassen. 1946/47 in München beim Kabarett Die Schaubude, 1947–49 musikalischer Leiter der Bayerischen Staatsoperette am Gärtnerplatz, 1949–52 Prof. an der Münchner MHsch., 1952 Leiter der Musikabteilung am Westdeutschen Rundfunk in Köln (gründete hier die Capella Coloniensis, ein Ensemble für Alte Musik). Ab 1957 im Ruhestand, als Musikkritiker 1957–60 für Die Welt und 1962–70 für die Süddeutsche Zeitung in München tätig.
P: Großes Bundesverdienstkreuz der BRD 1957.
W: Operetten (Über alles siegt die Liebe, Das Halsband der Königin), musikalische Lustspiele (Das kleine Hofkonzert, Dreimal die Eine, Die glücklichen Tage, Xantippe, Karussell-Karussell), Revue (Freut euch des Lebens); Musik zu Erich Kästners Lyrischer Suite Leben in dieser Zeit; Chöre, Lieder, Chansons; Bühnen-, Film- und Kulturfilmmusiken.
Schr: Paul Lincke 1953; Vom Wr. Walzer zur Wr. Operette 1954; zahlreiche Kritiken, z. T. veröffentlicht in Münchner Musikberichte 1971.
Lit: LdM 2000; MGG 9 (1961) u. 16 (1979); Riemann 1961 u. 1975; K. Vogelsang, Filmmusik im Dritten Reich 1990; Slg. Moißl.


BB  
[ Zuletzt aktualisiert: 2010/03/22 09:12:24 ]

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Quelle: Österreichisches Musiklexikon, Kommission für Musikforschung
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