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Nyzankivskyj, Nyzankivskyj, Ostap: Familie
Ostap: * 1863 -01-2424.1.1863 Stryj/Galizien (heute UA), † 1919 -05-2525.5.1919 Stryj. Geistlicher, Komponist, Dirigent, Organisator. Der Sohn eines griechisch-katholischen Pfarrers absolvierte 1887 das theologische Seminar in Lemberg (L’viv/UA), 1896 legte er seine Lehramtsprüfung (Gesang) im Prager Konservatorium ab, später unterrichtete in verschiedenen Gymnasien in Galizien. Besondere Verdienste erwarb sich N. durch die Organisation der Chorbewegung in Ostgalizien: die künstlerischen Vereinsausflüge unter seiner Leitung (der erste 1889 mit dem Studentenchor Studentske bratstwo) initiierten ein Netzwerk aus „Bojan“ genannten Laienchören im ganzen Land. Sie prägten das Kulturleben in den Städten (N. wurde Mitbegründer und Dirigent der Bojans in Lemberg, Bereźany/Galizien [Berezhany/UA] und Stryj) und bildeten die Grundlage für die Entstehung professioneller Musikinstitutionen. 1885 errichtete N. den ersten Musikverlag in Galizien, dessen Anliegen die Popularisierung der ukrainischen Musik war. N. wurde v. a. durch seine Chorwerke (die populärsten Z okruschkiw und ulaly) bekannt und als Sammler ukrainischer Volkslieder sowie als Begründer der Klavierminiatiur (Witrohony-kolomyjka) in der westukrainischen Musik geschätzt. 1919 wurde er von polnischen Soldaten erschossen.
Werke
Chorwerke: 15 Kantaten, u. a. Ne harmaty hrajut` nyni (T: Ivan Franko), Wetschirnia pisnia (T: Bohdan Kyrtschiw); 15 Werke für Singstimme, u. a. Mynuly lita molodiji f. Tenor, Kl., Vc. (T: Taras Schewtschenko); Teile für die Liturgie: Swiatyj Boze in f, Wytaj nam Chryste, Zariu nebesnyj; 6 Weihnachtslieder.
Schriften
Rusko-ukrajinskyj spiwanyk [Ruthenisches Gesangbuch] 1907.
Literatur
M. Zahajkewytsch in My i swit 58 (1959); S. Ludkewytsch in Doslidzennia, Statti, Rezenziji 1972; P. Soviak in Narodna twortschist’ ta etnografija 5 (1980); J. Mychalczyschyn in Nascha Kultura 6 (1982); J. Kolodij O. N. 1992.

Sein Sohn Nestor: * 31.8.1893 Bereźany, † 10.4.1940 Łódź/PL. Komponist, Dirigent, Pädagoge und Musikkritiker. Begann seine musikalische Ausbildung in Lemberg (Klavier) am Wyschyj mysytschnyj Instytut imeni Lyssenka (WMI, Höheres Lyssenko-Institut für Musik) und setzte sie in Wien an der MAkad. (1914/15, Musiktheorie bei J. Marx und Klavier bei Jerzy Lalewitsch, privat bei Lubka Kolessa) fort. Nach dem Armeedienst (1915–20, u. a. Legionär der k. u. k. Legion der Ukrainischen Sitsch-Schützen) studierte er an der Univ. Wien Geschichte (Hans Uebersberger), Slawische Philologie (Vatroslav v. Jagic), Musikwissenschaft (R. Lach, G. Adler, 1923 Dr.). 1928 schloss er in Prag sein Kompositionsstudium ab (V. Novák, zu dessen großen Anhängern er gehörte). Seit 1929 unterrichtete er am WMI Klavier. N. war einer der Begründer des Verbandes der ukrainischen professionellen Musiker – Sojuz ukrajinskych professijnych musyk SUPROM (1934–39) und sein erster Leiter. Er war ein brillanter Klavierbegleiter. Sein kompositorisches Schaffen gipfelt in den Werken für Klavier und Solostimme. Sein Stil ist durch die Aneignung der Sezessionsmerkmale der Jh.wende und des ukrainischen lyrischen Liedgutes gekennzeichnet. Viele Manuskripte seiner Werke wurden im Zweiten Weltkrieg vernichtet.


Werke
für Theater: Kyrka z Loleo (T: Jurij Kosatsch); für Symphonieorchester: Polonaise, Trauermarsch; Kammermusik (Klaviertrio e-Moll, Melodija f. Kl. u. Vl., Sentimentalnyj Wals f. Kl. u. Vc.), Klaviermusik (13 Werke, u. a. Intermezzo, Malenka Sjuita, Fuge über BACH), Chorwerke (13 Originalwerke, 24 Volksliedbearbeitungen), 13 Lieder (u. a. Ave Maria in f, Wozu bin ich erwacht?, Der Herbst ist da [T: Mychajlo Semaka], Zyta [T: Olexander Oles]).
Schriften
Innere Zustände in Russland in der 1. Hälfte des 18.Jh.s, Diss. Wien 1923.
Literatur
O. Zaleskyj in Visti-Herald 4 (1965); J. Bulka, N. N. 1972; I. Sonevyckyj, Kompozytorska spadschyna Nyzankivskoho [Das kompositorische Erbe von N.] 1973; L. Kyjanovska, N. N. 1996.

Autor*innen
Natalja Samotos
Letzte inhaltliche Änderung
06/05/2001
Empfohlene Zitierweise
Natalja Samotos, Art. „Nyzankivskyj, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x0001db00
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.


DOI
10.1553/0x0001db00
GND
Nyzankivskyj, Ostap: 119341085
OBV
Weiterführende Literatur
GND
Nyzankivskyj, Nestor: 12059398X
OBV
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