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Österreichische Musikzeitschrift (ÖMZ)
1946 von P. Lafite in Wien gegründete Monatsschrift mit Schwerpunkt österreichische Themen. Erscheinungsweise fallweise zweimonatlich als Doppelheft, auch Sonderhefte. Nach dem Tod des Gründers (1951) von dessen Frau Elisabeth, ab 1983 gemeinsam mit beider Tochter M. Diederichs-Lafite, 1994–2010 von dieser allein im familieneigenen Verlag herausgegeben. 1953 erschien die Zeitschrift kurzfristig unter dem Titel Rondo – ÖMZ. Die Redaktion hatten übernommen: bis 1953 Friedrich Saathen, bis 1957 Dolf Lindner, dann ein Redaktionsstab von R. Klein, Lindner und W. Szmolyan, 1962–82 Klein, Szmolyan und E. Werba, 1983 ersetzte H. Krones Klein und war dann 1985–89 zusammen mit Szmolyan verantwortlich, ab 1990 erweiterte und veränderte sich der Stab mehrfach (u. a. Gerold Gruber, Christian Baier), es traten Konsulenten (v. a. M. Wagner) und auch ein wissenschaftlicher Beirat hinzu bzw. ersetzten die eigentliche Redaktion. 1994 erfuhr das Layout der ÖMZ (nicht zuletzt durch die verstärkte Teilnahme des Kunsthistorikers Joachim Diederichs’ an der Herausgabe) eine starke Veränderung. Veröffentlicht wurden Essays zu allen Bereichen der Kunstmusik mit aktuellen Schwerpunkten durchwegs unter einem im jeweiligen Heft behandelten Leitthema (z. B. Komponisten, musikhistorische Aspekte – besonders auch der Alten wie der Neuen Musik –, Grundsatzfragen der Musikwissenschaft betreffend), außerdem Kommentare zu aktuellen kulturpolitischen Erscheinungen, Künstler-Porträts und Interviews, Diskussionen, Werkbetrachtungen und Berichte über Festivals, Kongresse und Symposien sowie (auf eigenen Seiten) Informationen verschiedener Musikinstitutionen (Österreichische Gesellschaft für Musikwissenschaft, Österreichischer Komponistenbund, Internationale Gesellschaft für zeitgenössische Musik), Geburtstagsartikel und Nekrologe, dazu Rezensionen über Opern- und Konzertaufführungen (In- und Ausland), Bücher, Noten und Tonträger. Autoren waren international angesehene Fachleute und jüngere aufstrebende Musikpublizisten. Im Verlag Lafite erschienen u. a. auch – in einer zwanglosen Reihe – Monographien über österreichische bzw. für das österreichische Musikleben relevante Komponisten.

Ende 2010 übernahm ein neues Team (Frieder Reininghaus und Daniel Brandenburg als Herausgeber, Doris Weberberger [bis 2014] und Daniel Ender [2013/14 Herausgeber] als Redakteure) die Fortführung der ÖMZ, die seit dem 66. Jahrgang (2011) unter einem neuen Layout sechsmal jährlich zunächst beim Wiener Verlag Böhlau erschien. 2015 Wechsel zum Wiener Hollitzer Wissenschaftsverlag. Zu den weiteren Redaktionsmitgliedern zählten Lena Dražić (2013–15), Magdalena Pichler (2013/14), Johannes Prominczel (2014–17), Julia Jaklin (2015–18) und Judith Kemp (2015–18). Als Trägerverein und Medieninhaber fungierte die Europäische Musikforschungsvereinigung Wien, ab 2012 wurde die Fortsetzung der Redaktionsarbeit wesentlich durch finanzielle Mittel vom Verein zur Unterstützung von Musikpublizistik und Musik im Donauraum ermöglicht. Neben bewährten Konzepten und thematischen Schwerpunkten von Alter Musik bis zur Gegenwart versuchte das stark verjüngte Team mit Rubriken wie „Neue Musik im Diskurs“, „Lehren und Lernen“ und „Das andere Lexikon“ neue Akzente zu setzen. 2018 wurde mit Heft 1 Ende Februar die Zeitschrift eingestellt.


Literatur
E. Lafite in ÖMZ 25 (1970); W. Waldstein in ÖMZ 25 (1970); W. Szmolyan in ÖMZ 25/2 (1970); Ch. Harten-Flamm (Hg.), ÖMZ. Register 1946–70, 1975; Redaktion (Hg.), ÖMZ. Registerband 2 u. 3. 1971–99 o. J. [2003]; MGÖ 3 (1995), 339; www.oemz.at (9/2018).

Autor(en)
Uwe Harten
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Uwe Harten/Monika Kornberger, Art. „Österreichische Musikzeitschrift (ÖMZ)‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 17/09/2018]