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Partitur
Anordnungsform der Notation, in der die einzelnen Stimmen einer mehrstimmigen Komposition so übereinander geschrieben sind, wie sie gleichzeitig erklingen sollen. Das Prinzip war im 12./13. Jh. aus praktischen Gründen (die beteiligten Sänger sollten nachvollziehen können, wo sich die anderen gerade befanden) angewandt worden und konnte (zur Kostenersparnis) erst aufgegeben werden, als die Notation hinreichend eindeutig war. Dann kam die Vokalpraxis (im Gegensatz zu Tabulaturen für verschiedene Instrumente und von Ausnahmen für pädagogische Zwecke abgesehen) Jh.e lang ohne P.en aus, die Werke wurden sogar bis ins 20. Jh. vornehmlich in Stimmen, allenfalls Stimmbüchern (großformatig, sodass das aufgeschlagene Buch die analogen Abschnitte der beteiligten Stimmen hinter- bzw. nebeneinander zeigte, 15./16. Jh.) überliefert. Wiederum aus praktischen Gründen (vorerst Ersparnis des Beschreibstoffs für Depot-Handschriften, zuletzt um dem Dirigenten den Überblick sicherzustellen) wurden schließlich P.en hergestellt oder sind solche vom Musikforscher zur Erleichterung seiner Arbeit herzustellen (zu „spartieren“). Zu den frühesten dieser Art in Österreich, zumal außerhalb dramatischer Formen, vielmehr offenbar vom konzertierenden Prinzip ausgelöst, gehören die Handschriften B. Lechlers (bald nach 1630, s. Abb.) und Th. Schrenks (mit Abb.).
Literatur
MGG 7 (1997); A. Kellner in Jahresberichte 1933–36 des Obergymnasiums der Benediktiner zu Kremsmünster.

Autor(en)
Rudolf Flotzinger
Empfohlene Zitierweise
Rudolf Flotzinger, Art. „Partitur‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 13/05/2004]