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Paschen
Mundartlich für rhythmisches Klatschen der Tänzer im Verlauf eines Tanzes. Während Einzelschläge und kurze Schlagfolgen bei vielen Volkstänzen sowie auch bei der instrumental oder vokal vorgetragenen Wiener Heurigenmusik vorkommen, findet man das P. durch einen ganzen Musikteil hauptsächlich im Ländler, wo es insbesondere bei den Formen im Salzkammergut zu von den Tänzern ausgeführten komplexen Rhythmusmustern hochstilisiert worden ist. Die Tänzer treten zu diesem Zweck an festgelegten Stellen im Tanzverlauf ohne ihre Tänzerinnen zu einem Kreis zusammen, wobei zum Spiel der Musik die Vorpascher die Viertelschläge markieren und die „Zuawipascher“ (= Hinzupascher), eventuell auch „Dritterer“ und „Sechsterer“ rhythmische Gegenstimmen improvisieren. Die Entstehungszeit dieser Kunst, die in Zusammenhang mit dem Brauchleben der ländlichen Burschengemeinschaften zu sehen ist, kann etwa um die Mitte des 19. Jh.s angesetzt werden; die erste Transkription stammt von J. Pommer (Fuschl/Sb 1891).
Literatur
F. Eibner in JbÖVw 28 (1979); M. Haager, Die instrumentale Volksmusik im Salzkammergut 1979; E. Krautgartner, Das P. im Salzkammergut. Regionalstil – Individualstil, Diss. Wien 1986; M. Kühlenthal in JbÖVw 25 (1976); H. Lager in JbÖVw 25, 27, 28 (1976–79); M. Walcher,„Musikantendiena, tuats die Geigen stimma...“. Die Volkssängerfamilie Matauschek – ihr Leben, ihr Einfluß, ihre Umgebung, Dipl.arb. Wien 1985.

Autor(en)
Gerlinde Haid †
Empfohlene Zitierweise
Gerlinde Haid †, Art. „Paschen‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]