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Poll,
Hermann
* 1370 Wien,
† 1401 Nürnberg/D.
Arzt und Musiker.
Er hatte an einer unbekannten Univ. den mag. art. erworben und in den 1390er Jahren in Padua/I und Pavia/I studiert (Dr. med. 1398 in Pavia). 1397 wird er als Erfinder des Clavicembalo bezeichnet (Klavichord, Cembalo). Die ältesten Denkmäler italienischer Klaviermusik (Fragmente im Codex Reina und in Padua) verweisen nicht unbedingt darauf, dass er das neue Instrument (auf der Basis des exchiquier, chekker oder Schachpret) erst während des Medizinstudiums entwickelte. Wahrscheinlicher dürfte diese Tätigkeit in Wien sein; jedenfalls sind einige österreichische Fragmente (Melk 689 [olim 775], Wien 3617 [aus Mondsee/OÖ], Wien 5094 [aus dem Dorotheerkloster?]) kaum jünger, sodass die Ausbreitung von hier aus (wenigstens die nördlich der Alpen) durchaus nahe liegt. P. wurde noch im Jahr seiner Promotion Leibarzt des deutschen Kg.s Ruprecht von der Pfalz (Heidelberg/D, Sulzbach/D), 1401 allerdings eines Mordkomplotts mit den Visconti verdächtigt und nach der Folter in Nürnberg hingerichtet. Über den musikalischen Verlust dadurch ließe sich nur spekulieren.Lit: R. Strohm in M. Fink et al. (Hg.), [Fs.]
W. Salmen
1991; R. Strohm in Mus. Disc. 38 (1984); A. Huber (Hg.),
Das österr. Cembalo
2001.
RF
[ Zuletzt aktualisiert: 2011/03/21 12:48:25 ]
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