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Polyhymnia (Polihymnia)
Wiener Verein mit angeschlossener Gesang- und Opernschule, hervorgegangen aus dem Allgemeinen akademischen Gesangs-Institut nach dem Abgang von M. Salvi als künstlerischem Leiter. Mit 28.12.1862 erlangte der neue Verein die behördliche Genehmigung, die Schule befand sich anfangs in den Räumlichkeiten der Vorgängerlehranstalt, später dann in der Friedrichstraße 4 (Wien I; ca. 1864–68) bzw. in der Elisabethstraße 4 (Wien I; spätestens ab 1870). Ziel war es vorderhand, Bühnentalente auszubilden, gelehrt wurden anfangs Gesang, Deklamation, Italienisch und Klavier. Der Schule war auch ein „praktisch eingerichtetes Theater“ (Illustrirte Ztg. 18.4.1863, 267) angeschlossen. 1864 standen die Fächer Gesang, Klavier, Harmonielehre, Deklamation und Mimik, Poetik, Logik, Psychologie, Französisch und Italienisch am Lehrplan; vor 1868 waren Poetik, Logik und Psychologie durch die Fächer Theaterschule und Theorie der Schauspielkunst ersetzt worden.

Das erste Konzert veranstalteten Verein und Schule am 25.3.1863 im Ehrbar-Saal, am 21.4.1863 folgte ein Wohltätigkeitskonzert im kleinen Redoutensaal, bei dem A. Zamara und M. Mösner mitwirkten; am 18.8.1863 gelangte in der Hofpfarrkirche St. Augustin eine Messe von S. Sechter durch einen 50-köpfigen Damenchor der Schule zur Aufführung. In den weiteren Jahren sind Nachrichten über die Leistungen des Vereins und der Schule rar. Mit dem Tod von F. Luib 1877 wurde der Verein aufgelöst und die Schule geschlossen.

Vorstand: F. X. Glöggl (1863–72), F. Luib (1872–77)

Vorstand-Stellvertreter: F. Luib (?–1872)

Artistischer Direktor: L. Hauptmann (1863–64), F. Luib (1864–77)

Lehrer (soweit bekannt): I. Zajc (Höhere Gesangausbildung 1863–64), Kathinka Plaschetzky-Bauer (Gesang 1863–64), Marianne Nigg (Italienisch 1864–?), C. Pruckner (Gesang 1864–67), Mathilde Kolb (Klavier 1864–73, Französisch 1872–73), Maria Crénéque (Französisch 1864–71), Stefan Lang (Gesang 1864–71), Julius Paulmann (Deklamation 1864–75), Mary Panholzer (Englisch 1869–74), Johann Huschauer (Italienisch 1870–76), Nina Aigner (Gesang 1872–77), Hugo Benedix (Deklamation und Mimik 1872–77), F. Luib (Harmonielehre, Logik, Poetik, Geschichte, Klavier 1873–77), Marianne Kirnberger (Klavier 1873–77), Fanny Wisner v. Morgenstern (Klavier 1873–77), Theresia Kugler (Deklamation 1874), Fanny Luib (Französisch 1875–77), Friederike Otto (Klavier 1876–77).

Schüler waren u. a. Mathilde Reidlinger, Philippine Bittner, Ferdinand Holdampf und M. Kirnberger. 1875 ist der Besuch von 41 Schülerinnen überliefert.

2015 wurde in Wien das P. Musikinstitut gegründet, um Instrumentalunterricht an Wiener Pflichtschulen anzubieten. Träger der MSch. ist die P. GmbH, Stammsitz ist das Bundesrealgymnasium in der Linzer Straße 146 (Wien XIV).


Literatur
Fremden-Bl. 17.12.1862, 9, 23.4.1863, 5, 30.9.1868, 14, 10.10.1869, 27; Der Zwischen-Akt 26.1.1863, 2f, 23.2.1863, 2f, 27.3.1863, 3, 21.4.1863, 3, 14.8.1863, 3; Illustrirte Ztg. 18.4.1863, 267; Wr. Ztg. 2.4.1863, Abendbl., 296, 27.4.1863, 379, 6.5.1863, 385, 20.8.1864, 516, 16.9.1864, 788; Bll. f. Musik, Theater u. Kunst 24.2.1863, 64, 28.4.1863, 134; Morgen-Post 10.9.1863, 2; Recensionen u. Mittheilungen über Theater u. Musik 17.12.1864, 816; NFP 4.10.1867, 5, 26.1.1872, 7, 29.3.1882, 5; Wr. Communal-Kalender 1874–78; Fromme’s musikalische Welt 1 (1876); Lehmann-Adressbücher 1865–78 [sub Schulen bzw. Unterrichts-Anstalten]; www.polyhymnia.at (6/2019); www.unternehmen24.info (6/2019).

Autor(en)
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Art. „Polyhymnia (Polihymnia)‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 22/10/2019]