![]() |
![]()
|
|
|
|
Pommer,
Familie
Josef:
* 7.2.1845 Mürzzuschlag/St,
† 25.11.1918 Gröbming/St.
Gymnasiallehrer, Volksliedforscher.
Studierte 1864–70 an der Univ. Wien Deutsch, Mathematik und Physik (Dr. phil.) und absolvierte 1873/74 die Lehramtsprüfung. Anschließend Lehrer am Mariahilfer Real- und Obergymnasium in Wien VI; 1907 pensioniert. 1875–97 gehörte er dem Wiener Gemeinderat an, anschließend bis 1907 dem Reichsrat. Ab 1913 lebte er in Krems. 1889/90 Gründung des Deutschen Volksgesang-Vereins und 1899 der Zeitschrift Das deutsche Volkslied. Mit beiden Projekten wollte er, entsprechend seiner deutschnationalen Weltanschauung, das „echte“ deutsche Volkslied bewahren, pflegen und verbreiten; 1904 führender Kopf des Volkslied-Unternehmens (Volksliedsammlung). Er selbst sammelte ohne technische Aufzeichnungshilfen zahlreiche Lieder, Jodler und Juchzer, stellte grundlegende methodische Überlegungen an und stand mit Fachleuten wie K. Liebleitner oder John Meier (1864–1953) in Verbindung, dessen Ansichten über den Volksliedbegriff („Rezeptionstheorie“) er seine „Produktionstheorie“ (das Volkslied wird vom Volk selbst geschaffen) gegenüberstellte.G: Dr.-J.-P.-Gasse (Mürzzuschlag); P.gasse (Graz IV); Gedenktafel am Rathaus von Mürzzuschlag.
P: Reg.rat 1908; zahlreiche Vereinsehrungen.
W (Hg. bzw. Bearb.): Liederbuch für. die Deutschen in Österreich 1884/51905; Jodler und. Juchezer, 3 Slgn. 1889/1893/1902; Dt. und. deutschösterr. Volkslieder f. Männerchor, 21 H. 1889–1903; Oberschefflenzer Volkslieder und. volkstümliche Gesänge 1902; Volksmusik der dt. Steiermark, 2 Bde. 31902; Einundzwanzig echte dt. Volkslieder. Bearb. von Friedrich Silcher 1906.
Sein jüngster Sohn Helmuth: * 3.5.1883 Wien, † 12.2.1967 Bregenz. Evangelischer Geistlicher, Volksliedsammler und -forscher. Wirkte 1917–61 als Pfarrer in Bregenz und war 1952–56 Superintendent von Vorarlberg. Als Chordirigent leitete er den Singkreis Bregenz. Er bemühte sich, die Tätigkeit seines Vaters fortzusetzen und gab mehrere Volksliedsammlungen und -bearbeitungen heraus (auch aus dem Nachlass seines Vaters). W: 14 Weihnachtslieder aus dem Volke ausgewählt und. für. gemischten Chor gesetzt 1922; Volkslieder und Jodler aus Vorarlberg 1924; Weihnacht im dt. Volkslied 1926; Dt. Schul-Liederbuch 1932 (gem. m. H. Fraungruber); Lieder des dt. Alpenvolkes 1925–27. – (Hg.) 25 Volkslieder aus Franken ausgewählt v. J. P. 1924; Aus des Volkes Seele. Lieder der Singgemeinschaften am dt. Volkslied 1926–66 (NA 1995ff).
Schr: Kriegspredigten im Felde und Daheim 1917.
Lit: W. Deutsch in
Österr. Zs. f. Volkskunde
49/98 (1995); MGG 10 (1962); K. M. Klier in
Das dt. Volkslied
28 (1926); K. Kronfuss in
Das dt. Volkslied
21 (1919); I. Mochar-Kircher,
Das „echte dt.“ Volkslied. J. P. (1845–1918) – Politik und nationale Kultur
2004; ÖBL 8 (1983); DBEM 2003; Riemann 1975; NGroveD 20 (2001); StMl 1962–66; F-A 1936; www.vorarlberg.at (10/2004).
GH/ChF
[ Zuletzt aktualisiert: 2011/03/07 12:01:04 ]
[ LOGIN... ]
Eine Neuanmeldung kann unter Menüpunkt "Registrieren" durchgeführt werden.
![]() [ Home ] [ Musikforschung ] [ Elektronisches Publizieren ] [ Akademie ] [ Redaktion ] [ Verlag ] Quelle: Österreichisches Musiklexikon, Kommission für Musikforschung Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften © 2002–2011 Alle Rechte vorbehalten ISBN: 978-3-7001-3077-2 |