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Prinz, Prinz, true Alfred
* 1930 -06-044.6.1930 Wien, 2014 -09-2020.9.2014 Wien. Klarinettist, Komponist. Der Enkel der Sängerin M. Fröhlich studierte ab 1939 an der Wiener MHsch. Klarinette (bei L. Wlach, Reifeprüfung 1947), ab 1942 bei B. Seidlhofer auch Klavier im Hauptfach (Reifeprüfung 1949), später Komposition (bei A. Uhl) und Dirigieren (bei H. Swarowsky). Die Matura legte er 1948 ab. Nach Kriegsende 1945 kam der damals 15-Jährige als jüngster je Engagierter in das Orchester der Wiener Staatsoper und war von 1946–55 Erster Klarinettist im Orchester der Volksoper Wien. 1955–95 Mitglied der Wiener Philharmoniker, bis 1983 Erster Soloklarinettist. Als Solist und Mitglied des Wiener Kammerensembles und der Bläservereinigung der Wiener Philharmoniker unternahm P. zahlreiche weltweite Konzertreisen. Seine umfangreiche Diskographie bezeugt seine intensive Beschäftigung mit dem klassisch-romantischen Repertoire für Klarinette. Sie umfasst Aufnahmen bei Decca, DG, Eurodisc, Telarc, HMV. Herausragend sind die Interpretationen des Klarinettenkonzertes von W. A. Mozart mit den Wiener Philharmonikern unter Karl Münchinger 1963 und K. Böhm 1980. Ab 1972 hatte P. eine Professur (ab 1978 o. Prof.) für Klarinette an der MHsch. Wien, 1996/97 eine Gastprofessur auf Empfehlung von L. Bernstein an der Indiana University School of Music in Bloomington/USA inne. P. gab regelmäßig Meisterkurse bei den Int. Sommerakademien des Mozarteums Salzburg sowie in der Schweiz, Italien, Finnland, Japan und den USA. Sein kompositorisches Schaffen, dessen Stil, so P., „irgendwo zwischen Bartók, Prokofiev und Hindemith“ einzuordnen ist, umfasst über 150 Werke und wird von Hanstoni Kaufmann in der Schweiz verwaltet. Die Sinfonien 2 und 4 wurden vom San Francisco Sinfonie Orchester unter J. Krips im Mai 1968, die 4. Sinfonie Anfang März 1971 in San Francisco/USA uraufgeführt. Die UA von Musik für Orchester durch die Wiener Philharmoniker unter H. Stein und H. Swarowsky fand 1971 in Wien statt.
Ehrungen
Medaille beim Musikwettbewerb Genf/CH 1947; Förderungspreis der Stadt Wien 1971; Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 2003; Lifetime Achievement Award and Honorary Membership der ICA (International Clarinet Association).
Werke
7 Sinfonien; Instrumentalkonzerte (Klarinettenkonzerte, Violinkonzert); Orchesterwerke (Musik für Orch.; Trauermusik für Hiroshima, Rhapsodie für Streichorch.; Concertino for three Clarinets); Kammermusik; Klavierwerke; Lieder. – Zahlreiche Plattenaufnahmen.
Literatur
P. Weston, Clarinet Virtuosi of Today 1989, 236–240; H. Klug in The Clarinet 23/1 (1995); H. Kaufmann in rohrblatt H. 3 (Sept. 2014); Philharmonisches Tagebuch 2014/15, 63–66; T. Waldecker, A. P. Diss. Bloomington 2003; K. Höller, Die Klarinettenfamilie als Klarinettentrio, Dipl.arb. Wien 2014; MaÖ 1997 [mit WV]; Goertz 1979 u. 1994; InterpretenL 1992; M. Moschner/H. Teufert, Die Komponisten des Industrieviertels und ihre Musik 1996; Hellsberg 1992; MGÖ 3 (1995); Mitt. Archiv Wr. Philharmoniker.

Autor(en)
HKa
Alexander Rausch
Empfohlene Zitierweise
HKa/Alexander Rausch, Art. „Prinz, Alfred‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 18/12/2014]