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Pummerin
Volkstümliche Bezeichnung der größten Glocke Österreichs (21.383 kg) im Nordturm des Wiener Stephansdoms (St. Stephan). Eine erste, etwas größere, als „Josephinische Glocke“ bezeichnete und im Südturm aufgehängte, war 1711 von Johann Achamer angeblich aus dem Metall 1683 erbeuteter türkischer Geschütze gegossen worden, aber dem Dombrand vom April 1945 zum Opfer gefallen. Der Wiederaufbau des liebevoll „Steffel“ (von St. Stephan) genannten Doms wurde (zusammen mit dem von Burgtheater und Staatsoper) zu nationalen Kraftanstrengungen des wiedererstandenen Staates Österreich hochstilisiert (Identität). Der offizielle Beitrag des Landes Oberösterreich hiezu war der symbolträchtige Neuguss der neuen P. aus dem Material der alten in der Glockengießerei St. Florian, ihr Transport über die Grenze von der amerikanischen in die sowjetische Besatzungszone nach Wien im April 1952 wurde als Triumphzug inszeniert, ihre im Rundfunk übertragenen zwölf Schläge zu Beginn eines neuen Jahres werden (2004) von vielen Österreichern als geradezu mystisch empfunden.
Literatur
ÖL 1995; S. Breuss et al. (Hg.), Inszenierungen 1995.

Autor(en)
Rudolf Flotzinger
Empfohlene Zitierweise
Rudolf Flotzinger, Art. „Pummerin‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]