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Rasumowsky Rasumowsky true (Razumovsky, Razumovskij), Andreas (Andrej Kirillovič)
* 1752 -11-022.11. (22.10. lt. Gregor. Kalender) 1752 Hluchiv bei St. Petersburg/RUS, 1836 -09-2323.9.1836 Wien. Diplomat und Mäzen (ab 1815 Fürst). Aus altem russischen Adel erhielt R. eine umfassende Erziehung und schlug ab 1777 eine diplomatische Laufbahn ein (Wien 1777–79, dann Gesandter in Neapel, 1785/86 in Kopenhagen und 1786–88 in Stockholm). 1792 kehrte er im diplomatischen Dienst nach Wien zurück, war 1801–07 russischer Gesandter am Kaiserhof und ließ sich hier ab 1826 ständig nieder. In erster Ehe seit 1788 mit Elisabeth Gräfin Thun-Hohenstein (1764–1806, deren Schwester Maria Christine die Frau des Musikmäzens Carl v. Lichnowsky [1761–1814] war), in zweiter (seit 1816) mit Constanze Gräfin Thürheim (1785– ca. 1860) verheiratet, gehörte R. zu den ersten Kreisen Wiens. Sein mit einer wertvollen Kunstsammlung ausgestattetes Palais auf der Landstraße (heute Wien III) war v. a. in der Zeit des Wiener Kongresses ein wichtiger Veranstaltungsort und Treffpunkt des gesellschaftlichen Lebens. R. war auch ein großer Musikförderer (hatte 1806 bei E. A. Förster studiert), kannte W. A. Mozart und J. Haydn persönlich und zählte ab 1796 zu den Hauptförderern L. v. Beethovens. Beethoven widmete ihm die 3 Streichquartette op. 59 und – gemeinsam mit J. F. (M. F.) Lobkowitz – die 5. (op. 67) und 6. Symphonie (op. 68). 1808–16 unterhielt R., der selbst Geige spielte, ein eigenes Streichquartett mit lebenslänglich besoldeten Musikern, das aus I. Schuppanzigh (1. Violine), Ludwig (Louis) Sina (2. Violine), Franz Weiß (Viola) und J. Linke (Violoncello) bestand und unter dem Namen des Fürsten sich v. a. um die Verbreitung der Werke Beethovens große Verdienste erwarb. Nach einer Brandkatastrophe am 31.12.1814, bei der weite Teile des Wiener Palais und der wertvollen Kunstsammlungen vernichtet wurden, schränkte der Fürst seine Musikabende zunehmend ein und entließ 1816 sein Streichquartett, das am 11.2.1816 sein Abschlusskonzert gab. R. lebte die letzten Jahre zurückgezogen in Wien und starb kinderlos.
Literatur
MGG 13 (2005); NGroveD 20 (2001); ÖBL 8 (1983); Wurzbach 25 (1873); Kinsky-Halm 1955.

Autor(en)
Elisabeth Th. Hilscher
Empfohlene Zitierweise
Elisabeth Th. Hilscher, Art. „Rasumowsky (Razumovsky, Razumovskij), Andreas (Andrej Kirillovič)‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]