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Reinhardt, Reinhardt, true Heinrich
* 1865-04-1313.4.1865 Pressburg, † 1922-01-3131.1.1922 Wien. Komponist und Musikkritiker. Der Sohn eines Juweliers und Neffe des Violinvirtuosen M. Hauser studierte in Pressburg u. a. Klavier, Violine und Musiktheorie bei K. Mayrberger. 1881 kam er nach Wien, wo er bei Karl Mocker und A. Bruckner studierte, nicht jedoch am Konservatorium der GdM). R. beherrschte auch mehrere Streich- und Blasinstrumente. Sein Opus 1, Sechs Lieder für eine Singstimme, erschien 1890 bei C. A. Spina in Wien. Bis 1900 komponierte er in der Folge u. a. Marsch- und Tanzmusik, Klavierstücke, Lieder, Balladen und Männerchöre und arbeitete als Arrangeur. Als Musikreferent schrieb er während dieser Zeit u. a. für das Wiener Tagblatt, später für das Neue Wiener Journal und Die Zeit, bis der Erfolg seiner ersten Operette Das süße Mädel (UA 25.10.1901 Carltheater) ihm ermöglichte, als freischaffender Komponist zu leben. R. setzte damit den Beginn einer neuen Operettenära (sog. „Silberne Ära“) mit gegenwartsnahen Stoffen, nahm Anregungen G. Puccinis auf, behielt aber weitgehend einen stark wienerisch geprägten Lokalton bei, besonders auch den Walzer- und Polkarhythmus. Seine späteren Operetten waren allerdings der Konkurrenz von Werken F. Lehárs, O Straus’, L. Falls und E. Kálmáns nicht gewachsen – nur Die Sprudelfee (UA 23.1.1909 Raimundtheater) konnte sich in den USA als Revue Spring Maid in über 1.000 Aufführungen durchsetzen. 1914–22 Präsident des Österreichischen Komponistenbundes. In seinen letzten Jahren hielt sich R. vorwiegend auf seinem Landgut in Kleinzell im Mühlkreis/OÖ auf.
Werke
Operneinakter Die Minnekönigin (T: Hans Koppel) 1895; Oper Der Söldner (T: H. Koppel) [vor 1903]; Komische Oper Der Gast des Königs (T: Armin Friedmann) 1916; Singspiel Napoleon und die Frauen [T. H. R.] 1912; 14 Operetten (Das süße Mädel [T: A. Landesberg/L. Stein] 1901; Der liebe Schatz [T: A. Landesberg/L. Stein] 1902; Der Generalkonsul [T: A. Landesberg/L. Stein] 1904; Krieg im Frieden [T: Julius Wilhelm] 1906; Das Mädchen für Alles [T: Heinrich v. Waldberg/A. M. Willner] 1908; Die Sprudelfee [T: J. Wilhelm/A. M. Willner] 1909; Die erste Frau [T: A. M. Willner/R. Oesterreicher] 1915; Der Glückstrompeter [T: Gustav Beer/A. Friedmann] 1922); Kammermusik; Männerchöre u. -quartette; Lieder.
Literatur
Czeike 4 (1995) [Reinhard]; NGroveD 21 (2001); NGroveDO 3 (1992); MGG 11 (1963) [mit WV]; ÖBL 9 (1988); DBEM 2003; Personenlex. Öst. 2001; Lang 1986; O. Keller, Die Operette in ihrer geschichtlichen Entwicklung 1926; F. Hadamowsky/H. Otte, Die Wr. Operette 1947; Bauer 1955; Stieger IV/1 (1982); MGÖ 3 (1995); Neues Wr. Journal 27.9.1903, 3, 1.2.1922, 3; Kleine Volks-Ztg. 1.2.1922, 6; [Linzer] Tages-Post 1.2.1922, 4; Die Presse 24.1.1890, 12; eigene Recherchen (Jahresberichte des Konservatoriums der GdM).
Autor*innen
Uwe Harten
Monika Kornberger
Letzte inhaltliche Änderung
20.8.2019
Empfohlene Zitierweise
Uwe Harten/Monika Kornberger, Art. „Reinhardt, Heinrich‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 20.8.2019, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x0001decd
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

MEDIEN
Wr. Volkskunst-Almanach, 1926, 67

DOI
10.1553/0x0001decd
GND
Reinhardt, Heinrich: 133360008
OBV
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