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Rennert, Rennert, Günther Familie
Günther Peter: * 1911-04-011.4.1911 Essen/D, † 1978-07-3131.7.1978 Salzburg. Regisseur. Studierte Jus in München, Berlin und Halle a. d. Saale/D (Dr. 1934) und besuchte das Konservatorium sowie eine Schauspielschule in München; Studienaufenthalt in Argentinien. Danach arbeitete er kurz bei einer Berliner Filmgesellschaft, 1935 wurde er Regieassistent von W. Felsenstein an der Oper in Frankfurt am Main/D. Ab 1937 Engagement als Opern- und Operettenregisseur in Wuppertal/D und ab 1939 als Oberspielleiter in Mainz/D. 1939–42 Oberspielleiter an der Oper in Königsberg (Kaliningrad/RUS), anschließend am Deutschen Opernhaus in Berlin; 1945 in München. 1946–56 war R. Direktor der Staatsoper in Hamburg/D, seit 1956 wirkte er als freier Regisseur und inszenierte u. a. in München, Stuttgart/D, Glyndebourne/GB (1959–67 Festival-Oberspielleiter), Wien, Salzburg (bei den Festspielen 1947 Inszenierung der UA von G. v. Einems Oper Dantons Tod), London, Mailand, Neapel, New York/USA und Buenos Aires. 1967–77 bekleidete er das Amt des Staatsintendanten der Bayerischen Staatsoper und war ab 1973 auch Prof. für Opernregie und -dramaturgie an der MHsch. München. Gemeinsam mit W. Felsenstein und Wieland Wagner zählt R. (321 Inszenierungen) zu den bedeutendsten deutschsprachigen Opernregisseuren der 1950er und 1960er Jahre. Seine Inszenierung von G. Rossinis Oper Il barbiere di Siviglia aus dem Jahr 1966 steht noch heute (2005) am Spielplan der Wiener Staatsoper.
Ehrungen
Brahms-Medaille Hamburg 1958; Großes Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland 1972; Bayerischer Verdienstorden 1973; Mitglied der Akad. der Künste Berlin.
Schriften
Opernarbeit. Inszenierungen 1963–1973. Werkstattbericht, Interpretation, Bilddokumente 1974; Übersetzungen v. Opern v. G. Rossini u. G. Puccini.

Sein Bruder

Wolfgang Ludwig Colòn: * 1.4.1922 Köln/D, † 24.3.2012 Berlin. Dirigent und Komponist. Studierte 1940–42 und 1945–47 am Salzburger Mozarteum Dirigieren und Komposition bei C. Krauss bzw. J. N. David und war 1947–50 Korrepetitor am Opernhaus in Düsseldorf/D. 1950–53 Kapellmeister am Stadttheater in Kiel/D, 1953–67 1. Dirigent und stellvertretender Generalmusikdirektor am Opernhaus in Frankfurt a. M., 1967–71 Chefdirigent am Gärtnerplatz-Theater in München; 1971–80 Dirigent an der Berliner Staatsoper sowie 1980–85 Generalmusikdirektor in Mannheim/D. Gastdirigate auch an der Wiener Staatsoper und bei den Salzburger Festspielen. Einige Zeit mit der Sängerin Anny Schlemm (* 22.2.1929 Neu-Isenburg/D) verheiratet.


Werke
Bühnen- u. Hörspielmusiken.
Literatur
DBEM 2003; NDB 21 (2003); NGroveD 21 (2001); Personenlex. Öst. 2001; Baker 1984; Die Presse 1.8.1978; Kurier 1.8.1978; E. Werba in ÖMZ 33/9 (1978); Riemann 1975; Kosch 3 (1992); F-A 2 (1978); Kürschner 1954; Ulrich 1997; https://de.wikipedia.org (1(2018).

Dessen Sohn

Uli (eig. Ulrich): * 25.9.1960 Frankfurt am Main, † 5.2.2021 Graz. Pianist, Komponist, Arrangeur, Pädagoge. Studierte an der MHsch. in Graz Jazz-Klavier (Diplom 1987). Ab 1988 Lehrtätigkeit an dieser Hochschule/Universität (seit 2003 ao. Univ.-Prof. für Improvisation-Jazz). Neben der Lehrtätigkeit Konzerte im In- und Ausland sowie Produktionen mit verschiedenen Ensembles wie dem Duo Due (W. und Ch. Muthspiel), dem Vienna Art Orchestra und der Jazz Bigband Graz (Big Band) sowie mit bekannten Musikern aus den Bereichen Jazz und „Klassik“ wie David Liebman, Bob Brookmeyer, Ray Anderson, Bob Mintzer, Benjamin Schmid u. v. a. Teilnahme an wichtigen Jazz-Festivals wie dem Salzburger Jazzherbst 2000 oder dem Jazz-Festival Porto/P 2001. Von Miles Davis, Thelonious Monk, J. Zawinul, Anthony Braxton, Ornette Coleman, Alban Berg, A. Schönberg und anderen Komponisten der Moderne beeinflusst, suchte R. als ein Vertreter des modernen Jazz in seiner Musik neue Ausdrucksmöglichkeiten unter Einbeziehung der „Klassik“ und der zeitgenössischen Musik zu finden und weiterzuentwickeln.


Ehrungen
Preisträger eines internationalen Wettbewerbes des Keyboard Magazine und des Berklee College of Music in Boston/USA 1984.
Werke
CD-Produktionen wie x-tra – life traKs (1991), U. R. Quartett: What You Give (1992), U. R. Timesquare: Unexpected Events (1994), U. R. Timesquare: Homepage (1997), Gesing/Herbert/R.: Composition (2000); derzeit (2005) Arbeit an den CD-Projekten M (mit P. Kunsek, G. Preinfalk und Klaus Gesing) und Joys & Desires (mit der Jazz Bigband Graz).
Literatur
pers. Mitt. U. R.; https://de.wikipedia.org/ (2/2021).

Autor*innen
Christian Fastl
Elisabeth Kolleritsch
Letzte inhaltliche Änderung
26.5.2021
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl/Elisabeth Kolleritsch, Art. „Rennert, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 26.5.2021, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x00075a4c
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

MEDIEN
Uli Rennert 2015© Eckhart Derschmidt
© Eckhart Derschmidt

DOI
10.1553/0x00075a4c
GND
Rennert, Günther: 118744550
OBV
Weiterführende Literatur
GND
Rennert, Wolfgang: 139099670
OBV
Weiterführende Literatur
GND
Rennert, Uli: 13449556X
OBV
Weiterführende Literatur

ORTE
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