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Reznicek Reznicek Josef Resnitschek (Rezniček), Familie
Josef Resnitschek (Rezniczek, Resniczek): * --1787 (Ort?), † 1848 -01-2525.1.1848 Wien. Militärkapellmeister und Komponist. Spätestens seit 1825 Militärkapellmeister beim IR Nr. 60 in Wien (bzw. Kaiserebersdorf/NÖ, heute Wien XI) und Krems, wo er bis zu seinem Tod diente. Trat in Wien bei Unterhaltungskonzerten auf (u. a. im Wiener „Tivoli“), auch gemeinsam mit J. Lanner und Joh. Strauß Vater. Musizierte mit seiner Banda auch im Theater an der Wien.
Werke
Märsche, vielfach über Opernthemen (Slg. Wr. Tivoli-Märsche), Tanzmusik.
Literatur
[Kat.] Joseph Lanner 2001; ÖBL 9 (1988) [Rezniček, E. J. N.]; Brixel/Martin/Pils 1982, 340.


Sein Enkel Emil Josef Nikolaus (Nicola) Freiherr von: * 4.5.1860 Wien, † 2.8.1945 Berlin. Komponist, Dirigent, Pädagoge. Musste als musikalisch interessierter, u. a. von einer Tochter des L. v. Beethoven-Lehrers Christian Gottlob Neefe im Klavierspiel ausgebildeter Sohn des Feldmarschallleutnants Josef Frh. v. R. und der Clarisse, geb. Fürstin Ghika, 1878–81 in Graz Jus studieren, nahm aber daneben gemeinsam mit F. Busoni und F. v. Weingartner Theorieunterricht bei W. Mayer. 1881–84 war er am Leipziger Konservatorium Schüler von C. H. Reinecke (Klavier) und Salomon Jadassohn (Theorie) und kehrte als Korrepetitor nach Graz zurück. Als Kapellmeister war er anschließend in Zürich/CH, in verschiedenen deutschen Städten und in Prag (hier 1890–94 Militärkapellmeister des IR.s 88) tätig. Nach dem Erfolg der UA seiner Oper Donna Diana 1894 wurde er 1896 in Weimar/D, 1896–99 in Mannheim/D Hofkapellmeister, lebte dann in Wiesbaden/D und seit 1902 in Berlin, wo er 1905 zusammen mit Mitgliedern des Berliner Philharmonischen Orchesters die Orchester-Kammerkonzerte begründete. 1906–09 war er in Warschau an der Oper und bei derPhilharmonischen Gesellschaft, 1909–11 an der Berliner Komischen Oper engagiert. An der Berliner MHsch. unterrichtete R. 1920–26 Komposition und Instrumentation. 1923 wurde in Graz eine R.-Woche (u. a. mit C. Krauss und K. Böhm) veranstaltet. 1934–42 war R. auf Vermittlung von R. Strauss deutscher Delegierter bei dem von der Reichsmusikkammer gelenkten Ständigen Rat für die internationale Zusammenarbeit der Komponisten und entschied in dieser Funktion über die Aufführbarkeit von Kompositionen. Als er den Posten verließ, wurden seine Manuskripte vom Propagandaministerium konfisziert, von denen noch heute (2005) etliche als verschollen gelten. R. machte sich mit Orchesterwerken und besonders als Opern- und Operettenkomponist einen Namen, v. a. mit Donna Diana, deren Ouvertüre bis heute (2005) im Konzertrepertoire vertreten ist. Die gesamte Oper wurde 2003 in Kiel/D erstmals wieder aufgeführt (CD-Mitschnitt). R.s Nachlass liegt in der Musiksammlung der ÖNB. Sein Bruder Ferdinand Franz (1868–1909) war als Zeichner u. a. ab 1896 fester Mitarbeiter der berühmten satirischen Wochenzeitung Simplicissimus. Seine Tochter Felicitas (* 18.1.1904 Berlin, † 27.2.1997 Engelberg/CH) war Schriftstellerin und verfasste u. a. eine Biographie ihres Vaters.


Gedenkstätten
R.gasse (Wien IX).
Ehrungen
Mitglied der Akad. der Künste Berlin 1919; Brahms-Medaille 1935.
Werke
15 Opern; 2 Operetten; 4 Symphonien; Konzerte; Kammermusik u. weitere kleinere Werke.
Literatur
F. v. Reznicek/L. Nowak, Gegen den Strom 1960; Th. Leibnitz, Österr. Spätromantiker 1986; R. Specht, E. N. v. R. 1923; M. Chop, E. N. v. R. 1920; L. Nowak in ÖMZ 15 (1960); NGroveD 21 (2001); MGG 11 (1963) [mit WV]; MaÖ 1997; ÖBL 9 (1988); Riemann 1961 u. 1975; DBEM 2003; Brixel/Martin/Pils 1982, 318; Bauer 1955; Stieger II/3 (1978); MGÖ 3 (1995); eigene Recherchen.

Autor(en)
Friedrich Anzenberger
Uwe Harten
Empfohlene Zitierweise
Friedrich Anzenberger/Uwe Harten, Art. „Reznicek (Rezniček), Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 16/09/2013]