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Rieder, Rieder, Ambros Familie
Ambros (Ambrosius) Matthias: * 1771 -10-1010.10.1771 Döbling/NÖ (Wien XIX), 1855 -11-1919.11.1855 Perchtoldsdorf/NÖ. Lehrer, Kirchenmusiker, Komponist. Sohn des Lehrers Ambros R. d. Ä. (* 1732 Wilfersdorf?, † 30.4.1790 Döbling); erhielt nach erster musikalischer Ausbildung durch den in Wilfersdorf bei Mistelbach/NÖ als Lehrer und Regens chori tätigen Großvater Thomas R. (* ?, † nach 1793 Wilfersdorf?) ab dem 12. Lebensjahr Generalbass- und Kompositionsunterricht von K. Martinides in Lichtental (Wien IX); anschließend waren L. Hoffmann und J. G. Albrechtsberger seine Lehrer. Danach autodidaktisches Studium verschiedener theoretischer Werke (u. a. J. J. Fux). Nachdem R. 1787 den pädagogischen Kurs in Wiener Neustadt/NÖ gehört hatte, war er in der Folge Schulgehilfe bei seinem Vater in Döbling, dem er 1790 als Lehrer nachfolgte. 1802–55 wirkte er als Lehrer und Regens chori zu St. Augustin in Perchtoldsdorf. R. war mit J. Haydn, W. A. Mozart, L. v. Beethoven, Fr. u. Ferd. Schubert, J. B. Gänsbacher, J. N. Hummel und S. Sechter bekannt, Fürst Nikolaus II. von Esterházy widmete er drei Messen und eine Litanei. Als Bratschist wirkte R. bei den sog. Augartenkonzerten mit und spielte auch im Quartett von I. Schuppanzigh. Ab 1829 war er ausübendes Mitglied der GdM.
Gedenkstätten
A.-R.-Gasse (Perchtoldsdorf); Gedenktafel am alten Schulhaus in Perchtoldsdorf; A.-R.-Schule Perchtoldsdorf (Sonderschule).
Ehrungen
Ehrenmitglied des Vereins zur Beförderung u. Verbreitung echter Kirchenmusik 1847.
Werke
über 500; Kirchenmusik (Messen, Offertorien, Gradualien, Hymnen), Präludien u. Fugen f. Org (s. Abb.)., Kammermusik, Oper (Der Traum im Walde 1804).
Schriften
Musiktheoretische Schriften und Lehrwerke (Anleitung zum Präludiren auf der Orgel oder dem Pianoforte 1828; Der Generalbaß in Beispielen zur Selbstübung für angehende Organisten 1833), Autobiographie 1826 (Manuskript, Archiv der GdM).


Sein Bruder Matthäus Aloysius: * 20.3.1775 Döbling, † nach 1829 (Ort?). Lehrer, Sänger, Gesangpädagoge. Dürfte zunächst ebenfalls als Lehrer tätig gewesen sein, 1805 wird er als Theatersänger am Theater an der Wien genannt. 1814–21 Lehrer und Chorregent in Reindorf (heute Wien XV), 1821 wiederum Theatersänger und Gesanglehrer an der „Musik-Lehranstalt bey dem k. k. priv. Theater an der Wien“. 1827/28 wirkte er neuerlich als Lehrer in Währing (heute Wien XVIII), wo er auch eine MSch. betrieb. Anschließend wieder Theatersänger, reiste er 1829 nach Ofen (Budapest), danach verliert sich seine Spur. M. verwendete einige Werke seines Bruders für seine Zwecke.


Werke
3 Schulgebete f. 3 Soprane u. 1 Alt.
Literatur


Seine Söhne

Johann Joseph: * 7.11.1792 Döbling, † 16.10.1876 Währing (heute Wien XVIII). Lehrer und Regens chori. Erhielt vermutlich musikalischen Unterricht von seinem Vater, bei dem er auch als Schulgehilfe tätig war. Ab 1816 wirkte er als Schullehrer und Chorregent in Währing. Auch er war mit den Brüdern Schubert befreundet, Ferd. Schubert fungierte bei vier Kindern J.s als Taufpate. Belegbar ist auch sein freundschaftlicher Kontakt mit L. Starker.


Ehrungen
Goldenes Verdienstkreuz.


Ignaz: * 12.4.1795 Döbling, † 8.7.1838 Perchtoldsdorf. Lehrer und Musiker. War zunächst Schulgehilfe bei seinem Vater, dem er auch seine musikalische Ausbildung (Violine und Klavier) zu verdanken hatte. 1822 wird er als Lehrer und Mesner bezeichnet, bei seinem Tod als „Bürger und emeritierter Oberkämmerer“.

Wilhelm August: * 30.10.1796 Döbling, † 8.9.1880 Wien. Maler und Zeichner. Besuchte 1812–24 die Akademie der bildenden Künste in Wien und war mit Leopold Kupelwieser sowie Moritz von Schwind befreundet. 1825–55 Zeichenlehrer an der Ingenieursakademie in Wien bzw. Klosterbruck (Louka-Znojmo/CZ) und 1855–57 an der Militärakademie in Wiener Neustadt; 1857–78 Kustos an der K. k. Belvedere-Galerie in Wien. Er erlangte durch das 1825 entstandene Aquarellporträt Fr. Schuberts Bedeutung, das als das wichtigste Originalbildnis Schuberts gilt. Letzterem stellte er um 1825 sein Tafelklavier zur Verfügung und fertigte auch Abschriften von dessen Liedern an. Er porträtierte auch seinen Vater A. R.


Ehrungen
w. M. der Akad. der bildenden Künste 1868; Ritterkreuz des Franz-Joseph-Ordens 1869.
Literatur
G. Beneš, A. R., Diss. Wien 1967 [mit WV]; ÖBL 9 (1988); MGG 11 (1963); ADB 28 (1889); Wurzbach 26 (1874); Riemann 1975; Erhart 1998; G. Gatscher-Riedl in Heimatkundliche Beilage zum Amtsbl. der Bezirkshauptmannschaft Mödling 37/2 (2001); DBEM 2003; Deutsch, Schubert Dokumente 1980; Deutsch, Schubert Erinnerungen 1957; E. Hilmar, Franz Schubert. Dokumente 1801–1830, 2003; W. Dürr/A. Krause (Hg.), Schubert Hb. 1997; SchubertL 1997; O. E. Deutsch in ÖMZ 14/1 (1959); F-A 1936; Mendel-R. 8 (1877); EitnerQ 8 (1902); GerberNTL 3 (1813/14); MGÖ 2 (1995).

Autor(en)
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Art. „Rieder, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]