Logo ACDH-CH
OeML Schriftzug
Logo OeML
Logo Verlag

Rosenzopf, Rosenzopf, true Max
* 1937-09-2424.9.1937 Geistthal/St, † 2020-01-3030.1.2020 Köflach/St. Musiker, Musiklehrer, Sammler, Verleger. Sein Vater Thomas ermöglichte ihm trotz seines geringen Einkommens als Zimmermann eine musikalische Ausbildung, 1946–49 lernte er steirische Harmonika bei seinem Onkel mütterlicherseits, Franz Murg (1925–2001). Schon mit neun Jahren fungierte er erstmals allein als Hochzeitsmusikant. Nach der Volksschule in Geistthal besuchte R. ab 1949 die Hauptschule in Voitsberg/St, in der dortigen MSch. erhielt er ab 1951 mit Unterbrechungen Unterricht in Steirischer Harmonika, Akkordeon und chromatischem Knopfgriff-Akkordeon bei Josef Laky sen. (1901–69). Nach einer abgebrochenen Elektrikerlehre lernte er in einem Sägewerk in Wundschuh/St. Daneben begann R. mit dem Aufzeichnen und Sammeln alter Tänze und Musikantenhandschriften, v. a. aus der Weststeiermark. 1954 wurde er Harmonika-Lehrer in der neu eröffneten MSch. Ligist/St. Hier musste er auch Blockflöte und Hackbrett unterrichten, wofür ihm sein Vater ein Instrument baute. Das Spiel auf Letzterem brachte sich R. selbst bei. Ab 1955 war er auch aktiver Musiker (F-Bassposaune, F- und B-Tuba, Schlagzeug und später auch Fagott) bei den weststeirischen Blaskapellen von Bärnbach, Ligist, Köflach und Piber. 1969/70 bis zum Wintersemester 1973/74 studierte R. Fagott an der MAkad. bzw. MHsch. in Graz und war etwa zur selben Zeit zehn Jahre lang Aufnahmeleiter für Volksmusikproduktionen im ORF-Landesstudio Steiermark. 1962 provisorischer Leiter der MSch. Ligist, 1967–75 Direktorstellvertreter der MSch. Köflach. R. bemühte sich erfolgreich um die Einführung des diatonischen Hackbretts und der Steirischen Harmonika in den reglementierten Musikunterricht. Ab 1973 unterrichtete er bei vielen Volksmusikseminaren in Österreich, Südtirol und Deutschland, ab 1974 war er Juror beim Alpenländischen Volksmusikwettbewerb in Innsbruck. 1975 veröffentlichte R. eine Spielanleitung für die Steirische Harmonika in Griffschrift, die viele Auflagen erfuhr und 1992 sogar ins Englische übersetzt wurde. R. verfasste danach zahlreiche Spielhefte für Harmonika, Akkordeon und Hackbrett im Eigenverlag. Erste Tonaufnahmen entstanden 1953, es folgten zahlreiche Rundfunk- und Fernsehaufnahmen sowie Tonträger mit verschiedenen Ensembles (Volksmusikquartett, Altsteirermusik etc.) bzw. als Solist.
Ehrungen
(Auswahl): Goldenes Ehrenzeichen des Landes Steiermark 1992; Verbandsabzeichen in Gold des Harmonika-Verbandes Österreichs 1995; Prof.-Titel 1998; Josef Krainer Heimatpreis 1999; Ehrenzeichen in Gold des Steirischen Blasmusikverbands 2004; Verdienstmedaille in Bronze des Österreichischen Blasmusikverbands 2010; 1. Steirischer Harmonika-Award/Kategorie Lebenswerk der Volkskultur Steiermark 2012.
Werke
Die Steirische Harmonika. Eine Spielanleitung 1975; Das Steirische Hackbrett. Eine Spielanleitung nach Noten 1977; Spielbücher für die Steirische Harmonika 1976ff; Spielbücher für das diatonische Hackbrett 1978ff; Spielbücher für verschiedene Besetzungen 1989ff.
Schriften
(Auswahl): Der Bau des steirischen Hackbretts in Köflach, Hausarb. Graz 1970; gem. m. H. Tschank, Musikanten und Volksmundausdrücke aus der Weststeiermark in JbÖVw 20 (1971); Weststeirisches Musikantentum (COMPA 21) 2016.
Literatur
H. Härtel in Der Vierzeiler 15/1–2 (1995); M. W. H. Seidl, M. R. Sein Leben – Sein Wirken – Sein Werk, Dipl.arb. Graz 2001; StMl ²2009; W. Deutsch in Weststeirisches Musikantentum 2016; Mitt. Archiv MUniv. Graz (11/2020).

Autor(en)
Eva Maria Hois
Empfohlene Zitierweise
Eva Maria Hois, Art. „Rosenzopf, Max‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 17/12/2020]